Veterinary Service

Passwort vergessen?

Registrieren.

Inhalt überspringen und direkt zur Hauptnavigation.

Sie befinden sich hier:

  1. ROYAL CANIN Website
  2. Hund
  3. Enzyklopädie der Hunde
  4. Vom Ursprung der Hunderassen
  5. Der Hund der Gegenwart
  6. Rasse, Varietät und Standard













Rasse, Varietät und Standard

Schon seit der römischen Antike werden die Hunde nach ihren Eigenschaften klassifiziert. So wurde zwischen Schäferhunden , Jagdhunden und Haushunden unterschieden. Aristoteles beschrieb sieben Hunderassen, erwähnte jedoch mit keinem Wort die Windhunde, obwohl diese schon seit langer Zeit in Ägypten existierten. Im 17. Jahrhundert nahm Buffon eine Klassifizierung der Hunde nach der Form ihrer Ohren vor: Er teilte sie in 30 Rassen mit geraden, fallenden oder halbfallenden Ohren ein, während Cuvier vorschlug, die Spezies Hund anhand der Schädelform der Individuen in Hofhunde, Doggen oder Spaniel einzuteilen. Im Jahre 1885 wurde die Spezies Hund im "Livre des origines français" in 29 klar unterschiedene Sektionen eingeteilt. Diese wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts in elf Gruppen zusammengefasst und schließlich im Jahre 1950 in die heute bekannten zehn Gruppen geändert.

Im Jahre 1984 wurden auf Vorschlag von Professor Raymond Triquet hin von der FCI (Fédération Cynologique Internationale) zootechnische Definitionen der Begriffe "Gruppe", "Rasse" und "Varietät" offiziell festgelegt.

Spezies und Rasse

Die Rasse ist, nach der Definition von Professor Raymond Triquet "eine Gruppe von Individuen, die gemeinsame Merkmale aufweisen, die sie von anderen Vertretern ihrer Spezies unterscheiden, und die durch Vererbung übertragbar sind". Die Spezies "entsteht auf natürlichem Wege, wohingegen die Rasse das Ergebnis von Züchtungen im Rahmen der Kynologie darstellt." So kann der Mensch mit gezielten Paarungen von Zuchttieren neue Rassen heranzüchten, aber niemals eine neue Spezies schaffen.

So ist die Rasse der Jack Russel Terrier aus von dem Geistlichen gleichen Namens vorgenommenen Kreuzungen zwischen verschiedenen Terrier-Arten hervorgegangen, um deren Eignung für die Jagd zu verbessern. Umgekehrt haben manche Hunde, wie die Berger du Languedoc, niemals den Status einer anerkannten Rasse erreichen können. Andere, wie der Chambray, der Levesque oder sogar der Normand-Poitevin sind wegen ihrer geringen Zahlen oder wegen des mangelnden Interesses an ihnen langsam ausgestorben, oder sie sind endgültig von der FCI aus der Nomenklatur gestrichen worden. Noch heute werden Rassen wie die Belgische Bracke oder der Ardenner Hirtenhund suspendiert, während andere wie der Éspagneul de Saint-Usuge oder der American Bulldog Kandidaten für eine offizielle Anerkennung sind. So hat sich im Verlauf der letzten 50 Jahre die Zahl der von der FCI anerkannten Rassen praktisch verdreifacht, womit auf immer präzisere Anforderungen oder manchmal einfach dem Wunsch nach Originalität reagiert wurde.

Gruppe, Rasse und Züchtung

Die Gruppe wurde wie folgt definiert: "Verschiedene Rassen, die eine Reihe von eindeutig zu unterscheidenden, durch Vererbung übertragbaren, gemeinsamen Merkmalen aufweisen". So zeichnen sich zum Beispiel die der ersten Gruppe der Schäferhunde angehörenden Individuen, trotz ihrer morphologischen Unterschiede, alle dadurch aus, dass sie ihren ursprünglichen Instinkt als Hütehund für Viehherden bewahrt haben.

Die Varietät hingegen stellt der Definition des Kynologen Triquet zufolge "eine Untergruppe innerhalb einer Rasse dar, deren Vertreter sich alle durch ein gemeinsames, vererbbares Merkmal von den anderen Vertretern ihrer Rasse unterscheiden".

So stellt der Langhaarige Deutsche Schäferhund eine Varietät der Rasse Deutscher Schäferhund dar, obwohl es durchaus möglich ist, dass unter seinen Nachfahren kein einziger langhaariger Vertreter zu finden sein wird (das Merkmal langhaarig auf rezessive Weise erblich). Ebenso sind für zahlreiche Rassen verschiedene Farben, ja selbst verschiedene Ohrstellungen in ihrer Rassenbeschreibung zulässig. So umfasst zum Beispiel die Rasse der Dachshunde drei Varietäten: Langhaar, Kurzhaar und Rauhaar.

Rassebeschreibung - Standard

Die Rassenmerkmale, auch Standard genannt, werden als "die Gesamtheit der für eine Rasse charakteristischen Merkmale" definiert. Sie werden als Grundlage bei der Zuchteignungsprüfung herangezogen, um die Übereinstimmung des Hundes mit den äußerlichen Merkmalen und Wesenseigenschaften seiner Rasse zu bewerten.

Jede Rasse hat einen von dem Rassenverband ihres Ursprungslandes aufgestellten Standard, und nur dieser Verband ist befugt, den Inhalt des Standards zu verändern. So bleibt die an der Wiege der Rasse festgelegte Rassebeschreibung der einzige von der FCI anerkannte Standard, selbst wenn einige Länder von Zeit zu Zeit versuchen, eigene Züchtungen einzuführen. So wurden zum Beispiel englische, amerikanische oder kanadische Züchtungen der Rasse Akita Inu zur Anerkennung seitens der FCI vorgeschlagen - ohne Erfolg. Andere wurden von den zuständigen nationalen Instanzen nicht anerkannt.

Andere wiederum, wie der Toy- und der Abricot-Pudel, sind schließlich vom Ursprungsland offiziell zur Rasse der Pudel gehörend anerkannt worden.

Schönheitsstandard und Arbeitsveranlagung

Gewisse Hunderassen lassen sich nicht eindeutig den bestehenden Gruppen zuordnen, weil sie sich allmählich von ihren ursprünglichen Erbanlagen entfernt haben. Um die Ursprünglichkeit der Rassen zu bewahren, haben manche Hundezuchtverbände Tests für natürliche Eigenschaften, ja sogar Arbeitsprüfungen, wie z.B. Feldprüfungen für Vorstehhunde eingeführt, die es ermöglichen, den Hund nach seinen verhaltensspezifischen Anlagen und nicht nur nach seinem äußerlichen oder phänotypischen Aussehen zu beurteilen.

Kreuzungen verschiedener Varietäten

Hundeveranstaltungen wie Wettbewerbe, Ausstellungen und Meisterschaften ermöglichen es den Richtern und Sachverständigen, die wegen ihrer Schönheits- oder Gebrauchseigenschaften als "positive Vererber" ihrer Rasse beurteilten Hunde zu fördern. Diese Praxis der Bewertung richtet die Zuchtauswahl an den von den Rasseklubs verfolgten Zuchtzielen aus, kann aber auch dazu führen, dass manchmal überzüchtete, sehr weit vom Ursprungsstandard entfernte Exemplare entstehen, die selbst wiederum allmählich verschiedene Varietäten aufkommen lassen, wenn die Gebrauchseigenschaften der Hunde mit den Schönheitskriterien wenig vereinbar zu sein scheinen. Um diese Abweichungen zu vermeiden, da sie die Integrität der Rasse und ihren Standard bedrohen, ist es wichtig, regelmäßig die besten Tiere jeder Rasse zu kreuzen, um gleichzeitig die der Rasse eigenen Arbeits- und Schönheitsqualitäten zu bewahren. Der Fall des Belgischen Schäferhundes, der vier klar zu unterscheidende Varietäten aufweist, ist bezeichnend. Es werden regelmäßig Paarungen zwischen Tieren der Varietäten Groenendael und Tervueren vorgenommen, um eine gewisse rassische Homogenität zu bewahren, während Kreuzungen zwischen Malinois und anderen Rassen zur Verbesserung der Gebrauchseigenschaften (Schärfe, Schussgleichgültigkeit) wiederum die Integrität dieser Varietät gefährden könnten.

Eine nur an den Gebrauchseigenschaften orientierte Zuchtauswahl läuft Gefahr, einen außerhalb des Standards liegenden Typ zu schaffen (wie z.B. beim Englischen Setter) - denn morphologische Merkmale verlieren sich viel schneller als Gebrauchseigenschaften erworben werden.


Einige Rassen sind von ihren ursprünglichen Anlagen abgewichen. So werden heute zum Beispiel nur wenige Yorkshire Terrier tatsächlich für die Jagd auf Höhlentiere verwendet - die Mehrzahl dieser Tiere werden als Begleithunde gehalten. Auch die Labrador Retriever, die ursprünglich zusammen mit Treibhunden für die Jagd eingesetzt wurden, werden heute kaum noch wegen ihrer Gebrauchseigenschaften gezüchtet.