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Die häufigsten Erkrankungen des Hundes

Je nach Rasse, Größe, Alter und Einsatz können beim Hund verschiedene Verletzungen oder Krankheiten auftreten. Dieses Kapitel soll dem Hundebesitzer helfen, die tierärztliche Diagnostik besser zu verstehen und auch besser für die Gesundheit der Tiere zu sorgen

Golden Retriever Decke

Erkrankungen der Haut

Hautallergien

Sie treten zumeist in Form einer Überempfindlichkeit der Haut auf und betreffen Tiere, die bereits zuvor sensibilisiert wurden. Das Allergen kann auf vier verschiedene Arten in den Organismus eindringen: durch Einatmen (kann Nes-selausschläge hervorrufen), durch Verschlucken (wodurch Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergien wie auch Nesselausschläge entstehen können), durch die Haut (sie reagiert mit Kontaktallergien) oder auf parenteralem Wege (Dermatitis durch Allergie gegen Flohbisse, Medikamenteninjektionen oder Nesselausschläge).

Alopezie (krankhafter Haarausfall)

Die Alopezie bezeichnet den anormalen Ausfall des Haars bis zum Durchscheinen der Haut. Sie kann lokal oder ausgedehnt sein, beidseitig symmetrisch oder asymmetrisch auftreten oder auch den ganzen Körper betreffen. Je nach Ursache gibt es mehrere Arten von Alopezie:

  • Heilbare Alopezie - endokrinogen verursacht, jedoch nicht geschlechtsgebunden (Unterfunktion der Schild-drüse, Cushing-Syndrom, iatrogenes Cushing-Syndrom, Zwergwuchs der Hirnanhangdrüse); geschlechtsgebunden (Dyskrinie, die von den Eierstöcken oder Hoden herrührt: Sertolinom, Syndrom der Feminisierung der männlichen Merkmale), aufgrund von Bakterieninfektionen (Pyodermitis) und Pilzinfektionen; als Folge von parasitären Krankheiten: Sarcoptesräude, Demodikose (Haarbalgmilbenbefall), Cheyletiellose, Trombiculose, Puliculose (Flohbefall), Flohbissallergie, Leishmaniose, und schließlich aus unbekannter Ursache: Pigmentakanthose, Seborrhöen, pyotraumatische Dermatitis.
  • Irreversible Alopezie - kann vererbbar sein: angeborene Alopezie, Alopezie der Farbmutanten (Dobermann Setter, Chow-Chow); verbunden mit morphologischen Veränderungen von Zellen: physische und chemische Einflüsse, massive Pyodermitis, massive Mykose, diskoidaler oder systematischer Lupus erythematoides, Lyell-Syndrom neoplastischer Art.

Hautasthenie

Dabei handelt es sich um eine Erbkrankheit, charakterisiert durch erhebliche Ausdehnungen der Haut, die sich in der Folge übermäßig stark faltet und brüchig wird.

  • Symptome: die Haut bricht, es entstehen breite Wunden und subkutane Blutergüsse. Heilen ist durch Nähen der Wunden möglich, andernfalls bilden sich Vernarbungen.
  • Behandlung: unheilbar. Unfälle und Verletzungen müssen vermieden werden.

Pigmentkanthose

Die Pigmentkanthose beim Hund ist eine chronische Erkrankung, es handelt sich um eine besondere Form der Dermatitis, die Überpigmentierung sowie Verdickung und Licheninfikation verursacht, häufig begleitet von Alopezie um die Achseln, an den Gliedmaßen, den Flanken und der Brust. Diese Krankheit kommt vor allem beim Dackel vor.

  • Symptome: im Alter von sechs Monaten treten braune Flecken an den Achseln auf, die allmählich schwarz werden; die Haut ist dicker und an den Gliedmaßen, der Brust, den Flanken, den Hautfalten und am Hals von einer Talgschicht bedeckt, die einen unangenehmen ranzigen Geruch verursacht. Fettleibigkeit wirkt sich ungünstig aus.
  • Behandlung: mit angepasster Ernährung und entsprechender Beschäftigung lässt sich die Fettsucht bekämpfen. Um die Seborrhöe zu verringern ist sorgfältige Hauthygie ne notwendig. Der Tierarzt sollte konsultiert werden: er wird eine medizinische Behandlung durchführen.

Callositas/Hautschwielen

Es bilden sich Hyperkeratoplatten (rund oder oval) auf der Haut, besonders an Druckstellen.

  • Symptome: rissige, gräuliche, alopezieartige Wundstel-len. Besonders an Ellbogen und Sprunggelenkhöcker. Beim Dachshund, Pinscher, Dobermann und Pointer häufig auch in der Brustbeinregion. Größere Rassen sind meist betrof-fen, wenn der Hund auf hartem Boden schläft.
  • Behandlung: Wenn die Wundstellen zu groß oder entzündet sind, ist ein chirurgischer Eingriff nötig.

Ernährungsdermatosen

Sie treten in Frankreich sehr selten auf. Ursachen sind meistens Mangel an essentiellen Fettsäuren, Eiweißstoffen, bestimmten Mineralstoffen (Zink, Kupfer), Vitamin A (Mangel oder Überschuss), Vitamin B und E. Ein Mangel an Fettsäuren kann bisweilen bei Tieren auftreten, die schlecht konservierte Dosennahrung erhalten. Der Fäulnisprozess zerstört Fettsäuren, Vitamin D und E sowie Biotin. Die gleichen Symptome lassen sich bei Hunden beobachten, die an chronischer Pankreas- oder Leberinsuffizienz leiden.

  • Symptome: Zunächst ist das Haar glanzlos und spröde, die Haut wird dicker und es bilden sich Schuppen. Danach kommt es zu einer Seborrhoe (fettes Haar) und in der Folge zu Pyodermie. Die Symptome zeigen sich besonders häufig in den Zehenzwischenräumen.
  • Behandlung: Diät mit ausgewogenen Planzen- und Tierfetten um Fettsucht zu vermeiden. Besserung ist nach einem oder zwei Monaten zu erwarten.

Atopische Dermatitis

Eine allergische, juckende Dermatitis, die veranlagungsbedingt ist und durch das Inhalieren verschiedenerAllergene (Pollen, Staub, Schuppen etc.) verursacht wird. Sie tritt meist bei ein bis dreijährigen Hunden auf, unter anderen bei Terriern, Dalmatinern, Irish Setters, Pekinesen. Sie ist eine eher saisonal bedingte Allergie.

  • Symptome: Starker Juckreiz und Hautrötungen, begleitet von Papeln oder auch Krusten und Alopezie. Betrof-fene Körperregionen sind: Gesicht, Anus, Zahnzwischenräume und Gliedmaßen.
  • Behandlung: Schwierig. Eine Therapie zur Hyposensibilisierung ist möglich aber langwierig (etwa zwei Jahre).

Kontaktdermatitis


Allgemeine Entzündungsreaktion der Haut, ausgelöst durch direkten Kontakt mit reizenden Substanzen (Seife, Bodenreinigungsmittel, Insektiziden, Säuren, Teer, Benzin u.a.) oder allergisierende Substanzen (nach wiederholten Kontakten beobachtet man an den betreffenden Stellen eine lokale Dermatitis, z. B.: Pflanzen, Wolle, synthetische Teppiche, Gummi, Plastik, Flohbänder, Decken u.a.).

  • Symptome: anfänglich juckende Hautrötungen mit Papeln, woraus eitrige Wunden entstehen können.
  • Behandlung: Die betreffende Substanz muss gefunden und vom Hund ferngehalten werden.

Dermatitis verursacht durch Belecken der Extremitäten

Aus Langeweile leckt der Hund die Oberseite einer Vorderpfote. Dieses Phänomen ist typisch für sehr aktive Hunde größerer Rassen, die tagsüber allein bleiben müssen.

  • Symptome: zunächst kommt es zu Alopezie, danach zu Geschwürbildungen mit charakteristischen knotenförmigen Plattenbildungen.
  • Behandlung: in erster Linie psychologisch

Hunde-Dermodikose

Mehr oder weniger entzündliche Dermatitis parasitaria, hervorgerufen durch eine Infektion der Haarfollikel durch eine mikroskopisch kleine, wurmartige Milbe (Demodex canis).

  • Symptome: Geschlossene oder diffuse Alopezie und starke Schuppenbildung mit möglicher bakterieller Superinfektion. Die Krankheit betrifft vorwiegend Welpen, Übertragung während der ersten Lebensmonate (Mutter-Welpenkontakt) durch das Säugen. Zahlreiche Welpen sind Träger (circa 85%) aber nur wenige entwickeln eine Demodikose. Die Krankheit tritt meist zwischen dem 4. und 13. Lebensmonat auf. Feuchtigkeit der Haut sowie schlechte Zuchtbedingungen fördern das Auftreten der Demodikose.

Trockene Demodikose

  • Lokale Form: kreisförmige Wundstellen in geringer Zahl, häufig im Gesicht (um die Augen: Brillenbildung) und an den Gliedmaßen.
  • Generalisierte Form: eher ungünstige Prognose. Unregelmäßige Kahlstellen in mehr oder weniger ovaler Form, begrenzter Haarausfall sowie Unregelmäßigkeiten der Haut verschlimmern die Seborrhöe und verursachen einen ranzigen Geruch.
  • Behandlung: langwierig; mit Amitraz, verordnungspflichtig.

Pyodemodikose (Bakterielle Superinfektion)

Die Oberhaut ist massiv verhornt, mit Krusten auf der nässenden Haut. Der Hund erscheint abgemagert. Ohne Behandlung kann diese Krankheit innerhalb weniger Wochen zum Tod führen.

Dermatitis durch Flohstichallergie

Trägt ein Hund Flöhe im Haarkleid, können die Stiche zu Überempfindlichkeit der Körperoberfläche gegen den Speichel des Insekts führen. Die am meistenbetroffenen Körperregionen sind Genick, Lendenwirbelsäule, Bauch und Rute.

  • Symptome: vor allem starker und unablässiger Juckreiz. Zunächst kommt es zu einer gestreuten Hautrötung und folgend, durch den Juckreiz, zu Krusten und Nässen der Haut sowie zu mehr oder weniger verbreitetem Haarverlust an den betroffenen Stellen.
  • Die akute Form ist mehr oder weniger saisonal bedingt.
  • Die chronische Form zeigt sich nach mehreren Monaten Entwicklungszeit dadurch, dass die Haut dicker wird und sich mehr oder weniger stark faltet, wobei der Juckreiz nachlässt.
  • Behandlung: Bekämpfung der Flöhe auf den Tieren, unerlässlich ist aber auch die Behandlung der Wohnumgebung des Hundes.

Dermatitis solaris (Sonnenbrand)

Erstes Anzeichen ist eine Dermatitis der Nase, hervorgerufen durch starke Sonnenstrahlung auf Nasenspiegel und Nasenrücken. Rassen wie der Collie, der Shetlic und deren Kreuzungen sind besonders anfällig.

Sarcoptesträude

Eine für den Menschen besonders ansteckende und juckende Parasiten-Dermatitis.

  • Symptome: Haut mit punkförmiger Rötung an den Gliedmaßen und unteren Körperpartien, unter den Achseln, in den Leistenbeugen und an den Ohren. Erste Anzeichen sind Wundstellen an den Ohrenrändern und Ellenbogenkehlen. Besonders starker Juckreiz (Krätzen) verursacht Alopezie und eine Verbreitung der Wundstellen mit Krusten, welche die Geschwüre bedecken.
  • Behandlung: Isolierung und Behandlung mit parasitenabtötendem Präparat.
  • Mensch: kleine, rote, stichähnliche Papeln an den Armen und im Gürtelbereich. Starker Juckreiz während der Nacht (Bettwärme).

Ichthyose

  • Symptome: keine spezielle Veranlagung, plötzliches Auftreten von allgemeinen Symptomen sowie Hautveränderungen (Fieber, Futterverweigerung, Mattigkeit). Die betroffenen Stellen sind mit Bläschen und geschwürbildenden Pusteln bedeckt. Oft sind auch die Mundschleimhaut und die Übergänge zwischen Haut und Schleimhaut befallen, ebenso die Ballen. Die Wundstellen sind schmerzhaft, jucken aber nicht. Die Ätiologie ist nur teilweise erforscht.
  • Behandlung: Suche nach möglichen Ursachen. Die Krankheit hat das Erscheinungsbild einer ausgedehnten Verbrennung zweiten Grades. Die Prognose ist ungünstig.

Autoimmunerkrankungen mit Hautsymptomen

Diese eher seltenen Krankheiten entsprechen einer Immunisierung des Organismus gegen seine eigene "Substanz".

  • Hautbläschenkrankheit: Antikörper bilden sich speziell gegen Hautzellen. In seltenen Fällen kommt es zu oberflächlichem Gewebeverlust der Haut und zu Geschwüren vor allem an den Schleimhäuten, an den Übergängen zwischen Haut und Schleimhaut aber auch auf der Haut selbst.
  • Erkrankung ohne Bläschenbildung: Antikörper bilden sich gegen sämtliche Zellkernbestandteile und besonders gegen Hautzellen. Zu diesen Erkrankungen zählt auch der diskoidale Lupus erythematodes. Diese häufigste Autoimmunerkrankung mit Hautsymptomen zeigt sich nur im Gesicht, symmetrisch um Nasenspiegel und Augen sowie an den Ohren.
  • Symptome: Pigmentschwund, Erythem/Hautrötung, Alopezie und Krustenbildung. Erkrankung mit hoher Lichtempfindlichkeit.
  • Behandlung: langwierig, erfordert starke Heilmit-tel mit erheblichen Nebenwirkungen.

Phitriose (Läusebefall)

Die Phtiriose ist eine Infektion durch Läuse, sogenannte Hundehaarlinge. Die Laus ist ein Parasit, der sein ganzes Leben auf der Hautoberfläche seines Wirts verbringt. Er verursacht erhebliche Irritationen, indem er stark juckende Hautreizungen mit Schuppenbildung auslöst. Die Nissen sind am Ansatz des Fells deutlich sichtbar.

  • Symptome: befallen werden besonders Kopf (Ohren) und Hals. Die anfälligsten Rassen sind jene mit langem Haarkleid (Cocker-Spaniel, Spaniel), darunter besonders die Welpen.
  • Behandlung: mit speziellem Kontaktinsektizid.

Pruritus "sine matera"

Eine Neurodermatose, genauer eine juckende Dermatose ohne spezifische Schädigung der Haut.

  • Symptome: Der Pruritus (Juckreiz) ist das einzig wahrnehmbare Symptom, das oft heftig am ganzen Körper oder lokal auftritt. Zu beobachten ist es bei hypernervösen Hunden (Zwerghunderassen, Terrier) sowie unter gewissen ungünstigen Lebensbedingungen (Instabilität, Eingeschlossensein, mangelnde Beschäftigung).
  • Behandlung: Juckreizlindernde Mittel und Beruhigung durch Tranquilizer.

Pseudo-Krätze (Milben)

  • Cheyletiellose: Stark juckende Dermitis, hervorgerufen durch eine mikroskopisch kleine Milbe (Hautmilbe).
  • Symptome: stark ausgeprägte Schuppenbildung um die Lendenwirbelsäule. Heftiger und hartnäckiger Juck-reiz. Positiver Hals-Fußreflex (das Tier schüttelt die Hinterpfote, wenn man es am Ohr kratzt). Haarausfall an den Kratzstellen. Äußerst ansteckend im Hunde-zwinger, auch auf Menschen übertragbar (papulöser Juckreiz an den Armen und am Rumpf).
  • Behandlung: mit Hilfe eines Milben abtötendes Präparats
  • Trombikulose: verursacht durch Larven einer mikroskopisch kleinen Milbe, der Herbstgrasmilbe (Trombicula Autumnalis). Sie zeigt sich besonders am Kopf und an den Extremitäten.
  • Symptome: Pulverförmige Häufchen, orangefarben (Safran). Hautreizung: besonders stark juckende Dermatitis
  • Behandlung: Akarizid/Milbenbekämpfungsmittel.

Seborrhoea

Die Seborrhoe tritt in Form einer Hautreizung auf, wobei die Haut durch die Talgdrüsen der Haarfollikel unnatürlich viel Talg absondert, was zu besonders starker Schuppenbildung führt. Die Erkrankung tritt oft als Folge einer Dermatose auf (Demodikose, Krätze). Als Primärerkrankung kommt sie auch beim Cocker-Spaniel, demS Spaniel dem englischen Terrier und dem Deutschen Schäferhund vor. Hormonelle Störungen (vor allem der weiblichen Geschlechtshormone) zählen zu den häufigen Ursachen dieser Krankheit.

  • Symptome: Die Haut wirkt ölig und schuppig. Charakteristischer ranziger Geruch. Juckreiz nicht oder nur mäßig vorhanden. Oft chronischer Krankheitsverlauf mit Komplikationen durch hinzukommende bakterielle oder parasitäre Superinfektionen.
  • Behandlung: Sie ist von der Krankheitsursache abhängig, auf die sie speziell abgestimmt werden muss.

Hautpilze

Dabei handelt es sich um Mykosen (Pilzerkrankung) an Haut und Zehengliedern.

Symptome: Regelmäßiger örtlicher oder auch diffuser Haarausfall. Mehr oder weniger starke Hautrötung sowie Schuppenbildung. Da kein Juckreiz auftritt, hat der Pilz keine Auswirkung auf den Allgemeinzustand des Tieres, ist jedoch für Hunde und Menschen äußerst ansteckend. Die Übertragung erfolgt durch ein befallenes Tier oder durch Bodenkontakt.

-Trockener Hautpilz:

Häufig lokal: starker Hautpilz. Die Alopezie ist regelmäßig (gleichsam ausgestanzt). Die Körperoberfläche des Tiers ist vor allem an den exponierten Stellen gerötet und mit gräulichen Schuppen bedeckt, was ihr ein gepudertes Aussehen verleiht. Befallen ist der ganze Rumpf sowie die oberen und vorderen Körperpartien.

  • Eitriger Hautpilz: Lokale oder diffuse Form.
  • Behandlung: Hygienemaßnahmen mit spezieller und langwieriger Behandlung, lokal und am ganzen Körper.

Urticaria (Nesselausschlag)

Bei der Urticaria handelt es sich um eine allergische Dermatose nach Schlucken oder Injizieren einer allergieauslösenden Substanz. Sie zeigt sich vor allem lokal an Kopf und Hals, an den Extremitäten und der Rückenlinie. Bei Jungtieren tritt sie häufiger auf.

  • Symptome: Hautödeme mit Bildung von Schwellungen, die bei kurzhaarigen Tieren deutlich sichtbar werden.
  • Behandlung: wie bei Allergien.

Herzerkrankungen

Abgesehen von angeborenen Herzmissbildungen treten Herzerkrankungen eher bei älteren Tieren auf. Zunehmende Verschlechterung kann oft zum Tod führen. Hier sollen nur die häufigsten Erkrankungsformen aufgeführt werden.

Die Myokardiopathie durch Herzkammererweiterung

Die Myokardioyopathien sind Erkrankungen des Myokards (Herzmuskel), deren Ursachen oft unbekannt sind. Gekennzeichnet ist die Kardiomyopathie durch eine Erweiterung der Herzkammern bei gleichzeitiger Verminderung der Herzkontraktion, wodurch sich der Blutausstoß reduziert. Diese Erkrankung tritt vor allem bei erwachsenen größeren Hunden auf, besonders bei Dobermann, Boxer und Cocker-Spaniel.

  • Hauptsymptome: Bei relativ jungen Hunden (etwa 5jährig) können sie sich rasch entwickeln. Verdacht auf Erkrankung bei immer stärker werdendem Husten, vor allem während der Nachtstunden sowie Problemen beim Atmen (die Atemfrequenz ist erhöht und unregelmäßig, die Atembewegungen im Brustraum verlaufen asynchron zu denen im Abdomen), Blausucht (Blaufärbung der Zunge) sowie Gewichtsverlust.
  • Was ist zu tun? Die hier beschriebenen Anzeichen sind ernst zu nehmen und machen in jedem Fall eine Behandlung durch den Tierarzt erforderlich. Bis dahin braucht der Hund unbedingt Ruhe, er sollte beim Ausgehen an der Leine geführt werden und nicht frei laufen.

Mitralklappeninsuffizienz

Diese Erkrankung gehört zu den Herzinsuffizienzen die linke Vorkammer. Diese Herzschwäche erklärt sich aus einer Verminderung der Herzpumpenfunktion, die schwerwiegende Nebenwirkungen hervorruft. Bei der Mitralklappeninsuffizienz ist die Mitralklappe zwischen der linken Vorkammer und der linken Herzkammer geschädigt.

  • Hauptsymptome: durch Zurückfließen von Blut in die linke Vorkammer entwickelt sich ein Lungenödem. Je nach dessen Größe entsteht dadurch ein zunächst leichter und in der Folge immer stärkerer Husten, vor allem während der Nachtstunden, deutliche Atembeschwerden, zunächst bei Anstrengung, dann spontan auftretend, schwere Erstickungsanfälle, die auf ein akutes Lungenödem hinweisen, Zyanose bei Anstrengung, sowie - im schlimmsten Fall - Kollaps.
  • Was ist zu tun? Je nach Erkrankungsgrad sollte man den Auslauf des Hundes einschränken und gegebenenfalls auf das hygienisch notwendige Minimum reduzieren. Wird die Erkrankung im Frühstadium diagnostiziert, kann durch tierärztliche Behandlung das Fortschreiten der Krankheit verzögert werden.

Atemwegserkrankungen

Die Bronchopneumie

Dabei handelt es sich um eine eitrige Entzündung der Bronchiolen und der benachbarten Lungenbläschen. Die dabei entstehenden Toxine (Giftstoffe) zerstören die Bronchiolen, die für die Drainage verantwortlich sind.

  • Hauptsymptome: Atembeschwerden mit Kurzatmigkeit, labiale Atmung (beim Ausatmen heben sich die Lefzen); schwacher, kurzer, schmerzhafter und anfallsartig auftretender Husten, Fieber mit unregelmäßiger Hyperthermie sowie auffallende Mattigkeit, möglicherweise Herzanfall.
  • Was ist zu tun? Der Allgemeinzustand des Hundes erfordert tierärztliche Behandlung. Trockene Luft und plötzliche Temperaturschwankungen sind zu vermeiden, da sie die Atembeschwerden verschlimmern. Außerdem sollte man die tägliche Futtermenge von einer großen Mahlzeit auf mehrere kleine aufteilen, damit lässt sich der Gesamtzustand verbessern. Wenn der Hund länger liegt, sollte man ihn immer wieder von einer auf die andere Seite wenden, um dem Flüssigkeits-stau im jeweiligen Lungenflügel entgegenzuwirken.

Kehlkopflähmung

Sie äußert sich in einer Verengung der Kehlkopfmuskulatur, die Atembeschwerden und rasselnde Atmung hervorruft. Das Ausmaß der Symptome hängt davon ab, ob die Lähmung nur an einer Kehlkopfseite auftritt (angeketteter Wachhund, Operation) oder an beiden Seiten (Bouvier, Bull-Terrier, alte Tiere der brachycephalen Rassen, neurologische Ursachen).

  • Was ist zu tun? In manchen Fällen führt nur ein chirurgischer Eingriff zu Ergebnissen

Augenerkrankungen

Das Auge kann angeborene oder erworbene Fehlbildungen aufweisen oder auch von akuten Krankheitsereignissen betroffen sein.

Netzhautatrophie (angeborene Fehlbildung)

Diese Erkrankung ist ein Netzhautleiden, bei dem sich die Blutgefäßpigmentierung und/oder die Pigmentzellen zurückbilden. Die Krankheit kann das ganze Augebetreffen - zu beobachten bei Klein- und Zwerghunderassen (zwischen 3. und 5. Jahr) und beim Cocker (1 bis 3 Jahre) - oder im Augenzentrum auftreten, eher bei Arbeitstieren (Labrador, Briard, Schäferhunde) feststellbar, ab einem Alter von einigen Monaten bis zum 2. Jahr.

  • Hauptsymptome: bei allgemeiner Atrophie ist vor al-lem Sehschwäche in der Dämmerung und bei Nacht festzustellen. In der Folge entwickelt sich eine Mydriasis (die Pupille bleibt erweitert) mit schwachen fotomotorischen Reflexen (keine Pupillenkontraktion bei Lichteinfall), die schließlich zu völligem Sehverlust führt. Anfänglich kann parallel dazu auch ein Star auftreten. Charakteristisch für die zentrale Atrophie ist die geschwächte Nahsicht bei gleichzeitig intaktem peripherem Sehvermögen.
  • Was ist zu tun? Konsultation des Tierarztes, der nach Bestätigung der Symptome Gefäße und Durchblutung therapeutisch behandeln kann.

Ektropium und Entropium (angeborene Fehlbildungen)

Das Ektropium bezeichnet die Umstülpung des Lids mit freiliegendem Rand, getrennt von den Augenlidern. Das Auge ist dadurch ständig der Luft ausgesetzt. Diese Fehlbildung wird oft beim Bernhardiner, beim Englischen und Amerikanischen Cocker-Spaniel sowie bei Rassen mit schweren und hängenden Lefzen beobachtet. Das Entropium ist die Einwärtskehrung der Lidränder zur Hornhaut hin. Die davon betroffenen Rassen sind der Chow-Chow, der Bernhardiner, der kleine Pudel, die Deutsche Dogge wie auch der Shar-pei.

  • Hauptsymptome: beim Entropium führen lokale Reizung und Entzündung von Hornhaut und Bindehaut zu Rötungen und einem wässrigen Tränenfluss, der auch eitrig werden kann. Reizung und Schmerzen führen zum Lidschluss, durch Kratzen verschlimmert sich das klinische Bild. Im fortgeschrittenen Stadium kann man eine Hornhauterosion feststellen. Die klinischen Symptome des Ektropiums sind eine Stauung an der Bindehaut mit wässrigem Tränenfluss, der durch Infizierung eitern kann. Die Komplikationen sind geringfügiger als beim Entropium.
  • Was ist zu tun? Nur ein chirurgischer Eingriff kann helfen. Bis dahin ist es durchaus sinnvoll, die Augen des Hundes mehrmals täglich mit einer verdünnten antiseptischen Lösung zu reinigen.

Katarakt, sog. grauer Star (erworbene Erkrankung)

Der Graue Star ist eine Trübung eines oder mehrerer Elemente der Augenlinse, wodurch die Lichtstrahlen nicht an die Netzhaut gelangen können.

  • Hauptsymptome: Die weiße Färbung der Augenlinse sowie Sehverminderung sind die einzigen Anzeichen für den grauen Star. Entsprechend seiner Entstehung kann er parallel zu anderen Symptomen auftreten.
  • Was ist zu tun? Die Entwicklung des Stars kann nur mit Hilfe des Tierarztes therapeutisch beeinflusst werden. Je nach Krankheitsstadium ist eine Heilbehandlung bzw. ein chirurgischer Eingriff nötig.

Glaukom, sog. grüner Star (erworbene Erkrankung)

Beim Glaukom handelt es sich um eine Reihe von Erkrankungen, die sämtlich mit erhöhtem Augeninnendruck in Zusammenhang stehen, wodurch die Sehschärfe und die Sehfähigkeit überhaupt infrage gestellt sind.

  • Hauptsymptome: das Auge erscheint vergrößert, als ob es aus der Augenhöhle hervortreten würde; totale Mydriasis (stark vergrößerte Pupille) bei Verlust des fotomotorischen Reflexes (die Pupille verkleinert sich unter Lichteinwirkung nicht), erhebliche Störung der Gefäßversorgung innerhalb der Bindehaut (das Auge ist stark gerötet, die Gefäße sind verdickt und gekrümmt).
  • Was ist zu tun? Der Tierarzt muss rasch konsultiert werden, die Erhaltung der Sehfähigkeit und des Auges stehen auf dem Spiel.

Bindehautentzündungen

Sind entzündliche Erkrankungen der Bindehaut und der Nickhaut. Die Bindehautentzündung kann allergische, infektiöse oder parasitäre Ursachen haben.

  • Hauptsymptome: Rötung, manchmal Ödembildung, Stechen, tränende Augen, der Tränenfluss kann wässrig, schleimig oder schleimig-eitrig sein.
  • Was ist zu tun? Entsprechende Hygiene des Auges mit Anwendung von reinigenden Augentropfen lindern die Entzündung. Die Ursachen können jedoch nur im Zuge einer Behandlung durch den Tierarzt beseitigt werden.

Hornhautgeschwüre

Substanzverluste der Hornhaut können verschiedene Hornhautschichten betreffen. Die Krankheitsursachen können unterschiedlich sein.

  • Hauptsymptome: vor allem Schmerzen (Kratzen oder Reiben des Auges auf dem Boden), begleitet von Augenverschluss und einem wässrigen bis schleimigeitrigen Ausfluss. Die Hornhaut verliert ihr glattes und glänzendes Aussehen und ist nicht mehr so transparent.
  • Was ist zu tun? Das Auge muss mit einer leicht antiseptischen Augenlösung gereinigt werden, um die Entzündung zu lindern. Es dürfen keinesfalls Augentropfen oder Salben auf Kortikoidbasis verwendet werden, diese verschlimmern den Zustand. Vielmehr sollte ein Tierarzt konsultiert werden, der die Geschwüre genau diagnostizieren und die entsprechende Behandlung vornehmen kann.

Iridozyklitis (uveitis anterior)

Die Iridozyklitis ist eine Entzündung der Regenbogenhaut (Iris) und des Ziliarkörpers. Die Krankheitsursachen kon-nten noch nicht geklärt werden, man weiß jedoch, dass die schweren viralen Infektionskrankheiten bei Hunden von Uveitis begleitet werden können (Hundestaupe, Rubarth-Heptatitis, Tuberkulose).

  • Hauptsymptome: Schmerzen (und daher Reiben, Kratzen und Schließen der Lider), Bindehautentzündung, sichtbar durch Rötung der Bindehaut und Nickhaut: wäss-riger Tränenfluss und Myosis (ständige Pupillenkontraktion). Im späteren Verlauf treten folgende Veränderungen an der Regenbogenhaut auf: Geschwürbildung, Stauungen, unreines und verschwommendes Erscheinungsbild; Farbveränderung und starke Pigmentierung möglich.
  • Was ist zu tun? Der Tierarzt muss rasch aufgesucht werden, da die Folgen der vorderen Uveitis für das Augenlicht des Hundes schwerwiegend sein können.

Keratitis

Darunter versteht man Entzündungen verschiedener Hornhautschichten. Die Ursachen können auf Allergie, Immunität, mikrobiotische oder Pilz-Infektion zurückzuführen sein. Keratitis kann auch mit Geschwürbildung einhergehen.

  • Hauptsymptome: Hornhautentzündung mit Gefäßneubildungen (Auftreten von Blutgefäßen in der Hornhaut); Hornhauttrübung; Schmerzen, Kratzen und Reiben, Schließen der Augenlider, Bindehautentzündung. Beim deutschen Schäferhund spricht man von einer chronischen oberflächlichen oder auch von einer pigmentierten Keratitis. Die Beeinträchtigung beginnt im äußeren Augenwinkel mit starker Blutgefäßneubildung und Weißfärbung der Hornhaut. Im weiteren Verlauf kommt es zu Melaninablagerungen. Eine zweite Krankheitsform, die gepunktete oberflächliche Keratitis, befällt oft den Langhaardackel. Es treten vor allem Schmerzen auf, die Lider schließen sich.
  • Was ist zu tun? Besserung ist nur durch eine entsprechende Behandlung der Symptome möglich.

Erkrankungen des Bewegungsapparates

Hier sollen nur jene Erkrankungen beschrieben werden, die nicht von Verletzungen herrühren.

Die Arthrose

Gelenkserkrankung mit progressiver Zerstörung des Gelenksknorpels, der an der Bildung von Osteophyten (Knochenneubildung) beteiligt ist wie auch an der Veränderung der subchondralen Knochenmasse und der Synovialhaut. Die Arthrose ist eine logische Entwicklung von Gelenksveränderungen.

  • Hauptsymptome: Schmerzen auch in Ruhe, verstärkt durch Feuchtigkeit und Kälte. Mäßige Bewegung lindert den Schmerz, zu viel Belastung verschlimmert den Zustand. Diese Symptome zeigen sich im frühen Stadium. Die zweite Phase ist durch akute Zustände gekennzeichnet: Jaulen, Druckempfindlichkeit. Die dritte Phase führt zur völligen Versteifung des Gelenks, wobei die Schmerzen nachlassen.
  • Was ist zu tun? Zu Beginn der Krankheit sollte sich der Hund regelmäßig bewegen, um Gelenkssteife zu verhindern. Je nach Krankheitsstadium wird der Tierarzt eine schmerzlindernde, entzündungshemmende Behandlung bzw. eine Glycosamino-Glycan-Therapie durchführen oder auch zu einem chirurgischen Eingriff raten.

Arthritis

Arthritische Erkrankungen sind Entzündungen der Gelenke, für die es unterschiedliche Ursachen gibt: septische, mit infektiösen Keimen im Gelenk (der Keim gelangt beispielsweise durch einen Biss ins Gelenk) oder sterile d.h. immunologische Ursachen (meist Polyarthritis).

  • Hauptsymptome: die septische Arthritis ist gekennzeichnet durch eine Entzündung (Rötung, Wärmeentwicklung, Geschwulstbildung, Schmerz) mit deutlicher Schwellung und eventueller Druckem-pfindlichkeit. Die Arthritis befällt eines oder mehrere, meist aber die großen tragenden Gelenke oder auch die Zwischenwirbelgelenke. Die gleichen Symptome entstehen bei polyarthritischen Krankheiten. Manche Rassen sind häufiger betroffen.
  • Was ist zu tun? Nach ergänzenden Untersuchungen zur Differentialdiagnose einer septischen oder aseptischen Arthritis wird der Tierarzt eine entsprechende Behandlung durchführen.

Hüftgelenksdysplasie

Dabei handelt es sich um eine angeborene Erkrankung mit umstrittener erblicher Komponente, bei der es zu einer abnormalen Entwicklung des Hüftgelenks kommt. Die Folge ist eine mangelhafte Einbettung des Oberschenkelknochens in der Hüftgelenkspfanne. Diese Erkrankung tritt häufig bei großen Hunden auf und entwickelt sich sehr rasch (Neufundländer, Labrador, Pyrenäen-Berghund, Deutscher Schäferhund u.a.).

  • Hauptsymptome: die erste von Schmerzen begleitete Phase beobachtet man bei Hunden am Ende der Wachstumsphase. Verdacht auf diese Krankheit besteht bei abnormaler, von hinten gesehen "rollender" Gehbewegung, X-Stellung der Hinterbeine, Weigerung des Hundes zu traben; Hasengalopp: der Hund biegt und streckt die Hinterbeine nicht, was zu einer charakteristischen Gangart führt; er weigert sich zu springen und hinkt fortwährend; Schmerzen bei erzwungenem Beugen und Strecken; die zweite Phase setzt im Alter von drei Jahren ein. Zu beobachten sind die gleichen Symptome, sie verschlimmern sich jedoch durch Arthrose.
  • Was ist zu tun? Durch Röntgenaufnahmen kann Hüftgelenksdysplasie nachgewiesen werden. Die Untersuchung wird gegen Ende der Wachstumsphase des Jungtiers durchgeführt (je nach Rasse 12.- 18. Monat); derzeit werden andere Untersuchungsmethoden geprüft, die man zu einem früheren Zeitpunkt durchführen kann. Weltweit arbeitet man an einem Programm zur Beseitigung dieser Anomalie.
Schematische Darstellung Formen der Hueftdysplasie

Osteochondrose (Knorpelentwicklungsstörung)

Es handelt sich dabei um eine lokal begrenzte Störung in der Versorgung der Gelenksknorpel bzw. um eine Wachstumsstörung. Hervorgerufen wird sie durch Übergewicht, wenn das Tier während der Wachstumsphase zu reichliche Mahlzeiten erhält (bei Gabe von Trockenfutter ist das Risiko geringer). In den betroffenen Gelenkszonen lösen sich Knorpelteile und lagern sich im Gelenk ab. Diese Erkrankung betrifft manche Rassen, deren Wachstum sehr rasch vor sich geht. Sie tritt im Alter von 5 bis 7 Monaten auf. Am häufigsten betroffen sind Schulter, Ellbogen, Knie sowie die Fußwurzelgelenke.

  • Hauptsymptome: man beobachtet Lahmen, häufig beschränkt auf eines der genannten Gelenke. Erzwungene Bewegungen verursachen Schmerzen.
  • Was ist zu tun? Die meisten Osteochondrosen vergehen dank reichlicher Bewegung, dabei werden die Knorpelteile resorbiert und auch die Symptome verschwinden. Meist genügt es, die Nahrungsmenge zu prüfen, um das Übergewicht zu reduzieren. Unter Umständen dauern die Schmerzen an. In diesem Fall ist es unumgänglich, die Knorpelteile chirurgisch zu entfernen.

Erkrankungen des Verdauungstraktes

Der Verdauungstrakt umfasst alle Gewebe und Organe, die für die Verwertung der Nahrungsbestandteile im Organismus verantwortlich sind. Jedes dieser Elemente kann von Störungen oder Verletzungen betroffen sein, deren Auswirkungen örtlich begrenzt oder generell sein können.

Die Mundhöhle

Bei seiner Geburt besitzt der Welpe 32 Zähne, die im Alter von 4 Monaten einem bleibenden Gebiss von schließlich 42 Zähnen weichen. Die Zähne des erwachsenen Hundes nützen sich je nach Ernährungsgewohnheiten und Spiel mehr oder weniger rasch ab. Daher sollte man dem Hund keine Steine oder Spielzeug aus hartem Material geben. In der Wachstumsphase können die Zähne von verschiedenen Anomalien betroffen sein. Vor allem bei kleinwüchsigen Rassen kann es vorkommen, dass die Milchzähne nicht ausfallen. Diese überschüssigen Zähne müssen gezogen werden, wenn der Hund bei der Nahrungsaufnahme Schmerzen zeigt. Andererseits können auch einige Zähne fehlen, was nicht durchweg Probleme bei der Nahrungsaufnahme hervorrufen muss. Beobachtet werden auch Unregelmäßigkeiten des Zahnstandes, die unter anderem beim Schließen des Gebisses störend sind. Bei manchen Hunden treten auch konstitutionsbedingte Anomalien auf wie zum Beispiel schlechter Zahnschmelz.

Die Speiseröhre

Dieses Weichgewebe kann von drei unterschiedlichen Störungen betroffen sein. Zunächst kann sich die Speiseröhre erweitern. Betrifft diese Erweiterung die gesamte Speiseröhre, spricht man von einem Megaösophagus, ist sie auf eine Ausbuchtung (Oesophagusdivertikel) begrenzt, handelt es sich um einen Speiseröhrenkropf. Der Megaösophagus ist angeboren oder erworben.

Seine genaue Ursache ist noch wenig bekannt.

Der Speiseröhrenkropf lässt auf das Vorhandensein eines Hindernisses entlang des Speiseröhrenweges schließen. Je nach Alter des Tieres geht man entweder von einer angeborenen Fehlbildung, von einem Fremdkörper oder von einem Tumor aus. Deutliche Symptome sind Schluckbeschwerden sowie Überlauferbrechen der Nahrung. Nach und nach verliert der Hund an Gewicht und Energie. Die Diagnose dieser Erkrankung erfordert eine röntgenologische Untersuchung, die unter anderem auch die genauere Prognose ermöglicht.

Der zweite Krankheitstyp im Bereich der Speiseröhre sind Entzündungen. Man unterscheidet zwei Hauptursachen der Ösophagitis: die Aufnahme von Ätzmittel oder den Rückfluss von Magensäften. Ebenso können abgeschluckte Fremdkörper verantwortlich sein. Der Hund zeigt vermehrten Speichelfluss sowie Schwierigkeiten beim Schlucken und verweigert die Nahrungsaufnahme. Entzündungen der Speiseröhre sind Sekundärerkrankungen. Daher ist es wichtig, durch geeignete Untersuchungen die Ursachen festzustellen. Schließlich kommt es vor, dass die Speiseröhre von einem Fremdkörper durchstoßen wird, meist Hühner- oder Hasenknochen. Je nach Lage der Fremdkörper sind die Folgen vielfältig und reichen von einfachen Wunden bis zur Perforierung eines Lungenflügels. Im allgemeinen reagiert der Hund mit Unbehagen und Schmerz-empfinden. Er versucht fortwährend, sich zu übergeben und zu husten.

Hunde leiden auch häufig unter Abszessen oder Fisteln. Wie beim Menschen kann es, wenn auch in Ausnahmefällen, zu Karies kommen. In jedem Fall entscheidet aber der Tierarzt, ob ein Zahn entfernt werden muss oder eine Behandlung möglich ist. Am häufigsten ist beim Hund jedoch der Zahnstein. In diesem Fall entwickelt sich ein charakteristischer unangenehmer Mundgeruch, den man als Halitose bezeichnet. Darüber hinaus ruft der Zahnstein schwerwiegende Schäden an Zähnen und Zahnfleisch hervor, wobei die Zahnwurzeln bloßgelegt werden können. In der Folge entstehen Pyorrhoe (Eiterfluss) sowie Parodontitis. Das Tier leidet enorm und kann sich nicht mehr ernähren. In diesem Stadium bringt nur mehr die Entfernung einiger oder sogar aller Zähne Erleichterung. Deshalb ist es wichtig, den Zustand der Zähne zu überwachen und wenn nötig den Zahnstein regelmäßig entfernen zu lassen.

Bei Untersuchung der Mundhöhle lassen sich mitunter auch Entzündungen und kleine Geschwüre feststellen. Diese entzündlichen Prozesse sind entweder direkt auf eine lokale Erkrankung zurückzuführen oder die Folge einer generellen Beeinträchtigung. Im Allgemeinen sind sie gutartig und verursachen lediglich verstärkten Speichelfluss sowie Behinderungen in der Nahrungsaufnahme.

Zu den häufigsten Läsionen gehört die Froschgeschwulst. Diese eigentümliche Bezeichnung weist auf die Bildung einer Speicheltasche zwischen Oberkiefer und Lefze hin. Sie entsteht infolge einer Verstopfung der Speicheldrüsengänge. Je nach Art der Verstopfung und Ausmaß der Flüssigkeitsstauung entscheidet der Tierarzt über eine etwaige chirurgische Entfernung der Speicheldrüsen. Bisweilen entdeckt man diese Läsionen im Bereich des Halses, was auf eine deutliche Behinderung des Speichelflusses schließen lässt.

Viele Hunde haben die Gewohnheit, mit verschiedensten Gegenständen zu spielen. Besondere Vorsicht ist bei Holzstücken geboten, da diese den Gaumen durchbohren können. Man spricht dann von traumatischen Gaumenspalten. Manchmal können Gaumenspalten auch angeboren sein. Diese schaffen eine Verbindung zwischen Nasen- und Mundhöhle und verursachen so zunächst Rückflüsse und in der Folge Atembeschwerden. Außerdem können einige Hunderassen mit sehr kurzem Fang, wie Boxer oder Pekinesen, unter einer Anomalie der Länge des Gaumensegels leiden. Abgesehen von dadurch verursachtem Schnarchen führt diese Anomalie zu Atembehinderung, die vor allem bei Anstrengung deutlich wird.

Schließlich ist die Mundhöhle häufig bei Verkehrsunfällen oder Stürzen von Verletzungen betroffen. Durch Aufprall kann es zu Unterkieferfrakturen kommen, unerträgliche Schmerzen sind die Folge. Im Allgemeinen lassen sich diese Brüche zufriedenstellend behandeln.

Kriterien zur Einschätzung der körperlichen Verfassung des Hundes


Idealgewicht: Rippen, Wirbel und Beckenknochen sichtbar aber leicht tastbar, dünne Fettschicht tastbar.


Übergewicht( bis zu 10-20% darüber): Rippen, Wirbel und Beckenknochen kaum tastbar, dicke Fettschicht am Brustkorb und am Rutenansatz.

Mager (Defizit 10-20%) : Rippen, Wirbel und Beckenknochen sichtbar, kein fühlbares Fett auf den Rippen

Der Magen

Spezifisches Symptom einer Magenerkrankung ist Erbrechen zwischen einigen Minuten und einer Stunde nach der Mahlzeit. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Läsionen der Magenschleimhaut, Funktionsstörungen und Magentumoren. Zur ersten Gruppe gehören akute und chronische Gastritis (Entzündung der Magenschleimhaut) sowie Geschwüre. Akute Entzündungen der Magenschleimhaut haben vielfältige Ursachen. Zu nennen sind: falsche Ernährung, Giftstoffe, Fremdkörper, parasitäre oder infektiöse Erkrankungen oder auch hormonelle Störungen. Chronische Gastritis mit anhaltendem Erbrechen, das mit herkömmlichen Behandlungsmethoden nicht kontrolliert werden kann, ist meist Teil eines komplexen Krankheitsbildes. Oft sind Entzündungen, Allergien oder auch Stoffwechselstörungen die Ursache. Der Allgemeinzustand des Hundes verschlechtert sich mehr oder weniger rasch. Magengeschwüre äußern sich in Erbrechen, vermischt mit Blut, Bauchschmerzen und einem schlechten Allgemeinzustand. Bisweilen treten sie als Folge einer akuten Gastritis auf. In den meisten Fällen werden sie durch Medikamente wie etwa Aspirin, Giftstoffe, seltener auch durch Infektionen oder Parasitenbefall hervor-gerufen. Psychische Störungen als Ursache für Magengeschwüre sind beim Hund nicht bekannt.

Funktionsstörungen des Magens führen entweder dazu, dass der Nahrungsbrei in die Speiseröhre zurück-fließt oder zurückgehalten wird, sodass der Hund die mangelhaft verdaute Nahrung mehrere Stunden nach der ahlzeit erbricht. Dadurch verliert er rasch an Gewicht. Ursachen sind eine Pylorusfalte (Verengung des Magenausgangs) oder eine nervöse Störung der Magenmotorik. Unter Umständen ist dann ein chirurgischer Eingriff notwendig.

Schließlich darf bei der Erörterung der Magenerkrankungen das Syndrom der Magendrehung bzw. Magenerweiterung nicht fehlen. Diese spezielle Krankheit kommt bei großen Hunden vor. Charakteristisch ist eine Ausdehnung des Magens, der Hund erbricht mehr oder weniger heftig jedoch unergiebig, sein Allgemeinzustand verschlechtert sich rapide. Er verfällt in einen Schock-zustand und schwebt in Lebensgefahr, wenn er nicht unverzüglich chirurgisch behandelt wird. Um das Auftreten dieser tödlich verlaufenden Krankheit zu verhindern, müssen einige Grundregeln eingehalten werden: Man sollte den Hund nach den Mahlzeiten nicht zum Spielen anregen und ihm leicht verdauliche Nahrung geben, vorzugsweise verteilt auf zwei Mahlzeiten täglich.

Praktische Maßnahmen zur Vermeidung des Syndroms der Magenerweiterung und -drehung

  • Die Tagesration auf 2 Mahlzeiten pro Tag aufteilen.
  • Leicht verdauliche Nahrung auswählen.
  • Ruhephase nach der Mahlzeit einhalten.
  • Den Hund allein und in Ruhe füttern.

Der Verdauungstrakt

Die häufigste Darmerkrankung ist die Darmentzündung (Enteritis). Diese mehr oder weniger schwere Entzündung der Darmschleimhaut hat unterschiedliche Ursachen: infektiöse Erreger, falsche Ernährung, Parasiten, Fremdkörper etc. Je nach Verlauf spricht man von chronischer oder akuter Darmentzündung. Die Symptome sind unterschiedlich und reichen von Verstopfung bis zu Durchfall, hohem Fieber oder Abgeschlagenheit. Unter Umständen besteht ein Zusammenhang mit einer Magenerkrankung, man spricht dann von Magen-Darmentzündung (Gastroenteritis). Durch Stoffwechselstörungen kann es bei sehr schwachen Tieren auch zu schwerer Dehydratation kommen, mitunter auch mit tödlichen Folgen. Darmverschluss und extreme Verstopfung gehören zu den häufigsten Indikationen für einen chirurgischen Eingriff. Im allgemeinen sind sie Folge der Aufnahme von Fremdkörpern wie etwa Bindfäden oder Plastikspielzeug.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Parasitenbefall des Darms. Der Hund kann von Rundwürmern (Spulwurm, Peitschenwurm, Hakenwurm) und/oder Bandwürmern (Taenia dipylidium, Echinococcus) befallen werden. Die Aufnahme erfolgt durch Wühlen in der Erde oder über Zwischenwirte wie z.b. Flöhe. Diese Parasiten verursachen Gewichtsverlust, Erbrechen und Durchfall. Der Hund zeigt sein Unbehagen, indem er auf seinem Hinterteil "Schlitten fährt". Tiere in jedem Alter können betroffen sein, Welpen sind anfälliger. Auch eine Übertragung auf den Menschen ist möglich. Daher sollte jährlich mit dem Tierarzt ein Plan zur Entwurmung erstellt werden. Im Dickdarm oder Kolon entsteht eine chronische Entzündung, die sogenannte chronische Kolitis. Diese kann wiederum verschiedenste Ursachen haben: falsche Ernährung, Allergien, Parasiten, Stoffwechselstörungen, Entzündungen oder auch unbekannte Faktoren. Die Kolitis äußert sich in schleimigem Kot, Schmerzen beim Absetzen, manchmal in mehr oder weniger starkem Durchfall.

Die Bauchspeicheldrüse

Abgesehen von Entzündungen und Tumoren kann die Bauchspeicheldrüse von Funktionsstörungen betroffen sein, was zu einer Pankreasinsuffizienz führen kann. Zu beobachten ist dies bei jungen Tieren in Form von starkem Gewichtsverlust bei gleichzeitiger Unersättlichkeit. Durchfall und Verstopfung wechseln ab. Tatsächlich ist die Bauchspeicheldrüse nicht in der Lage, jene Enzyme bereitzustellen, die für eine funktionierende Verdauung nötig sind. Der Hund verarbeitet daher die Nahrung, die er aufnimmt, nur unvollständig. Durch Gabe ergänzender Enzyme sowie einer abgestimmten und leicht verdaulichen Ernährung können die Auswirkungen dieser Erkrankung eingedämmt werden. Die Bauchspeicheldrüse ist auch der Ort der Synthese von Insulin, und wie beim Menschen kann eine Fehlfunktion dieser Synthese zu Diabetes führen. Die Behandlung erfolgt durch Insulininjektionen zu täglich festen Zeiten.

Die Leber

Die Hepatitis ist eine Folge von Infektionskrankheiten, wie etwa die Rubarthsche Krankheit bei Welpen, oder auch von Vergiftungen. Die Leber ist gestaut und ihr Volumen vergrößert. Hepatitis kann zu irreversiblen zirrhotischen Zuständen führen, die tödlich enden. Symptomatisch ist Durchfall mit hellem Kot abwechselnd mit Verstopfung. Der Bauch schmerzt und der Hund ist apathisch.

  • Die akute Leberinsuffizienz äußert sich in Nerven- und Verdauungsstörungen. Die Ursachen sind vielfältig: Infektionen, Giftstoffe, Medikamente, Stoffwechselstörungen, Traumata. Angesichts der manchmal tödlichen Auswirkungen auf den Organismus ist eine Notbehandlung erforderlich.
  • Die chronische Leberinsuffizienz verläuft langsamer, ist jedoch ebenso gefährlich. Sie führt zu Gewichtsverlust, schlechtem Allgemeinbefinden und ist begleitet von Verdauungsstörungen. Um die Ursache festzustellen sind ergänzende Untersuchungen durch den Tierarzt notwendig.

Hernien

Angeborene Nabelbrüche sind bei Welpen besonders häufig. Sie entstehen, wenn sich der Nabelring nach der Geburt nicht schließt. Zu beobachten ist die Bildung einer kleinen Ausbuchtung, die sich zurückbildet, wenn man darauf drückt. Auch wenn für das Tier keine wirkliche Gefahr besteht, werden Nabelbrüche üblicherweise chirurgisch behoben. Zwerchfellbrüche entstehen durch eine Verletzung des Zwerchfells, bei der die Baucheingeweide teilweise in die Brusthöhle eindringen können. Dies führt zu Atem- und Verdauungsbeschwerden. Ein chirurgischer Eingriff ist nötig.

Dammfisteln

Diese Erkrankung findet man bei manchen Hunderas-sen, wie etwa beim Deutschen Schäferhund. Sie zeigt sich in der Bildung zahlreicher Fisteln am After, die zusammen eine Ringform bilden, die geschwürartig sein kann, daraus fließt übelriechender Eiter ab. Die Folge sind ständiges Ablecken und Schwierigkeiten beim Absetzen von Kot. Die Läsionen bilden sich nicht zurück, sie müssen chirurgisch entfernt werden. Neben den bisher angeführten Krankheiten ist der Verdauungskanal häufig von gutartigen oder auch bösartigen Tumoren betroffen. Bei zunehmendem Alter des Hundes müssen daher bereits geringste Anzeichen von Verdauungsstörungen ernst genommen werden.

Erbrechen

In der Natur sind Fleischfresser bestens an die Jagd angepasste Räuber. Sie vermögen unglaubliche Mengen Fleisch auf einmal zu verschlingen. Nach ihrer Rückkehr können sie die Nahrung mühelos wieder hervorwürgen, um ihre Jungen damit zu füttern. Diese Fähigkeit setzt nicht nur voraus, dass sich der Magen deutlich ausdehnen kann, nötig ist auch ein Reflexmechanismus zur Rückbeförderung der Nahrung, also das Erbrechen. Der Hund, Fleisch fressendes Haustier par excellence, hat nichts von dieser Fähigkeit eingebüßt. Wie viele Hundebesitzer haben nicht schon beobachtet, wie ihr Liebling eine etwas zu reichliche Mahlzeit wieder von sich gegeben hat? In der Regel ist dieses Verhalten nicht alarmierend, unter Umständen ist das Erbrechen jedoch ein Anzeichen für eine latente Erkrankung.

Die einzelnen Phasen des Erbrechens

Normalerweise geht dem Erbrechen ein Zustand von Übelkeit voraus, in dem der Hund Unbehagen zeigt, sich im Kreis dreht und manchmal versucht, Gras zu fressen. Daher die Redensart, dass "der Hund sich den Magen putzt", die nicht ganz der Wirklichkeit entspricht. Das eigentliche Erbrechen folgt auf diesen Zustand. Man beobachtet sodann heftige Bewegungen der Flanken und de Brust. Der Hund hält den Kopf tief und scheint zu lächeln. Nach einer letzten Anstrengung wird dann der Mageninhalt wiedergegeben. Angesichts der Heftigkeit dieses Phänomens und der folgenden Ermüdung der Muskulatur braucht der Hund manchmal einige Augenblicke Erholung. Wird nur der Inhalt der Speiseröhre wiedergegeben, ist keine besondere Anstrengung festzustellen. Die Nahrung wird mühelos durch einfachen Reflex nach draußen befördert.

Der physiologische Mechanismus des Erbrechens

Wie bei jedem Reflex spielen beim Erbrechen nervöse Mechanismen eine Rolle. Diese können entweder zentral, d.h. direkt vom Gehirn ausgehen (das Brechreizzentrum reagiert auf eine Funktionsstörung des zentralen Nervensystems, auf das Eintreffen besonderer Stoffe im Blut, oder auch auf einen Reiz der Geruchsnerven), oder sie werden peripher ausgelöst. Sodann kommen Rezeptoren der Organe im Bauch- und Brustraum ins Spiel. Durch ein System von Nervenrelais gelangen die so gesammelten Informationen zum Brechreizzentrum im Gehirn. In beiden Fällen reagiert das Zentrum, indem es die Muskelbewegungen, die zum Erbrechen führen, in Gang bringt.

Ursachen für das Erbrechen

In den meisten Fällen ist das Erbrechen Ausdruck einer Entzündung oder einer übermäßigen Ausdehnung der Organe, vor allem des Verdauungstraktes: Speiseröhre, Magen, Darm, Leber. Diese Erkrankungen können zahlreiche Ursachen haben. Zu den häufigsten gehören: Vergiftungen, Gastritis, Geschwüre, Gastroenteritis, Fremdkörper, Darmverstopfung, Magenerweiterung und -drehung oder auch falsche Ernährung. Das Erbrechen ist möglicherweise auch eines der Symptome einer Infektions- oder Viruserkrankung (Hundestaupe, Parvovirose, Leptospirose, um nur die bekanntesten zu nennen, aber auch Gebärmutterentzündung, Bauchfellentzündung etc.). Nahrungsaufnahme in zu großer Menge, Fremdkörper oder Stoffe, welche die Entleerung des Magens in den Dünndarm behindern, führen zu Magenerweiterung und somit zum Erbrechen. Schließlich kann das Erbrechen auch Zeichen für eine Erkrankung anderer Organe sein, vor allem Nierenversagen und Leberinsuffizienz, oder auch Störungen des Nervensystems wie etwa bei der Reisekrankheit.

Verlauf

Beim Erbrechen kann man zwei Verlaufsformen beobachten, entweder akut oder chronisch. Im ersten Fall tritt das Erbrechen plötzlich auf und ist nur von kurzer Dauer. Im zweiten Fall entwickelt sich die Störung nach und nach mit Wiederholungen über mehr als einen Monat. Der Hund erbricht mehr oder weniger häufig am Tag, im Zusammenhang mit der Mahlzeit oder auch nicht.

Folgen

Erbrechen führt zu geringem bis starkem Wasserverlust, zu Mangelernährung sowie zu Störungen des Blutbildes. Dies wird sich früher oder später auf den Allgemeinzustand des Hundes auswirken. Daher ist vor allem bei jungen Tieren eine rasche Behandlung notwendig.

Um den Tierarzt bei der Erstellung der Diagnose zu unterstützen, ist es wichtig, die Häufigkeit des Erbrechens, den Zeitpunkt des Auftretens (folgt es auf die Mahlzeit, auf das Trinken?) sowie das Aussehen des Erbrochenen festzuhalten. Alle diese Hinweise helfen dem Tierarzt, die Ursache zu finden und eine Behandlung durchzuführen.

Durchfall

Durchfall oder Diarrhöe bezeichnet die vermehrte Ausscheidung von mehr oder weniger flüssigem und reichlichem Kot. Der Durchfall ist eine der häufigsten Störungen, die beim Hund auftreten. Es ist wichtig zu wissen, dass die Konsistenz des Kots je nach Qualität und Menge der Nahrung recht unterschiedlich sein kann. Ernährungsfehler gehören demnach zu den Hauptursachen für das Auftreten von Diarrhöe. Wie beim Erbrechen unterscheidet man zwischen akutem und chronischem Durchfall. Ursachen und Erscheinungsbilder sind unterschiedlich. Diarrhöe kann auch Krankheiten des Dünndarms oder des Kolons (Dickdarms) verursachen.

Akuter Durchfall

Er tritt unvermittelt und heftig auf. Üblicherweise ist mit deutlichen Auswirkungen auf den Allgemeinzustand des Hundes zu rechnen. Für diese Durchfallserkrankungen gibt es vielerlei Ursachen. Fehler in der Ernährung zählen freilich zu den häufigsten (eine Veränderung der bei den Futtermitteln ohne Übergangszeit könnte verantwortlich sein für die Zerstörung der Mikroflora im Darm, die beim Hund sehr sensibel ist). Außerdem kann Durchfall ein Zeichen für Virusinfektionen wie etwa Hundestaupe, Parvovirose oder einer bakteriellen Infektion sein, bei der sich die Keime an und in der Darmschleimhaut vermehren. Auch Darmparasiten wie Würmer oder Pilze führen nicht selten zu Durchfall, ebenso Giftstoffe oder allergisierende Substanzen. Schließlich sind noch Stoffwechselerkrankungen als Ursachen möglich. Das Auftreten der akuten Diarrhöe folgt einem Mechanismus, der durch eine Störung des Wasseraustauschs im Darm ausgelöst wird. Falsche Ernährung etwa fördert den Wassergehalt im Darm, was natürlich den Kot verflüssigt. Allerdings kann der Wasserverlust auch auf eine mehr oder weniger starke Zerstörung von Zellen der Darmschleimhaut zurückgeführt werden, die für die Absorption der Nährstoffe zuständig sind. Die oben genannten Faktoren sind verantwortlich für diese Art von Schädigung. Schließlich können, wenn auch seltener, Veränderungen in der Magen-Darmpassage Diarrhöe verursachen, wie etwa bei Stressdurchfall. Akute Diarrhöe ist begleitet von verschiedenenAnzeichen, die vom Hundebesitzer wahrgenommen werden können. Zunächst ist das Tier geschwächt, hat manchmal Fieber, verweigert das Fressen und magert ab. Der Bauch ist oft schmerzempfindlich. Manchmal geht der Durchfall mit Erbrechen einher. Der Hund trocknet aufgrund des Wasserverlusts beim Ausscheiden mehr oder weniger rasch aus. Daher ist schnelles Handeln wichtig, um zu verhindern, dass das Tier in einen Schockzustand gerät. Das gilt vor allem für junge und für betagte Hunde.

Chronischer Durchfall

Von chronischem Durchfall spricht man ab einer Dauer von über einem Monat und einer Neigung zu Rück-fällen. Die Ursachen sind etwas andere als in den oben beschriebenen Fällen. Zu nennen sind Entzündungen der Darmschleimhaut, hervorgerufen durch Parasiten bzw. Allergien sowie Autoimmunerkrankungen. Dazu kommen Fehler bei der Sekretion von Verdauungsenzymen oder bei der Assimilation von Nährstoffen durch Darmzellen. Daher kann sich akuter Durchfall, der zu weitreichender Zerstörung der Darmschleimhaut geführt hat, zu einer chronischen Erkrankung entwickeln. Manchmal deutet chronischer Durchfall auch auf das Vorhandensein von Tumoren im Organismus hin. Schließlich kann die Diarrhöe, wie im obigen Fall, bei besonderer und wiederholter Stress-belastung periodisch auftreten. Bei chronischem Durchfall verschlechtert sich allmählich der All-gemeinzustand des Tieres. Der Hund magert zusehends ab, schließlich sogar deutlicher als bei akutem Durchfall. Hingegen kommt es erst später zu Dehydratation, auch die Bauchschmerzen sind meist geringer. Wie beim Erbrechen ist es wichtig, rasch einen Tierarzt aufzusuchen, denn der Gesundheitszustand des Hundes kann sich rapide verschlechtern, dies gilt vor allem für junge oder betagte Tiere. Um dem Tierarzt bestmöglich bei der Erstellung der Diagnose zu helfen, sollte der Hundebesitzer das erste Auftreten der Symptome, die Häufigkeit des Stuhlgangs, die Beschaffenheit und Färbung des Kots festhalten (er könnte beispielsweise Blut enthalten). Finden sich Parasiten oder unverdaute Nahrungsreste in den Exkrementen? Zeigt der Hund Schmerzen?

Alle diese Hinweise helfen dem Tierarzt, die genaue Ursache des Problems zu finden, notwendige Untersuchungen vorzunehmen und einen Behandlungsplan aufzustellen.

Es ist zu empfehlen, den Hund bei Auftreten von Durchfall auf Diät zu setzen und so rasch wie möglich den Tierarzt aufzusuchen.