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Schönheitspflege
In Frankreich tauchten während des Zweiten Empires die ersten "Hundescherer" auf. In jener Epoche waren in der Bourgeoisie Pudel sehr in Mode, was wohl dazu beigetragen haben dürfte. Aus dieser Zeit stammt auch die "Löwen-" oder Standardschur, die heute noch bekannt ist. Später ließen sich die Hundescherer in Holzkabinen an der Straße nieder - den ersten "Hundesalons" - und führten dort kaum mehr als eine oberflächliche, allgemeine Hundepflege durch.
Nichtsdestotrotz waren sie die ersten professionellen Dienstleister, die sich mit einer speziellen Ausstattung um die Schönheitspflege der Hunde kümmerten. Und diese Pflege gilt nicht mehr als Luxus, sondern ist für bestimmte Rassen sogar unverzichtbar geworden.
Das erste, was man von einem Hund sieht, ist sein Fell. Die Gesundheit des Tieres spiegelt sich darin wieder. Es ist also wichtig, sich darum zu kümmern. Hier geht es nicht um die tägliche Pflege durch den Halter, also in erster Linie um Sauberkeit. Bei der Schönheitspflege geht es um Ästhetik. Schönheitspflege bringt Morphologie und Charakter einer Rasse zur Geltung und kann selbst Makel überdecken und so eine perfekte Silhouette erzeugen. Eine gute Hundefrisur zeichnet sich für Profis dadurch aus, dass man sie nicht sieht, dass sie also das Tier respektiert.
Eigentlich brauchen Begleithunde kaum zum Hundefriseur (nur Pudel etc.), außer zum persönlichen Vergnügen des Halters. Unverzichtbar ist dies dagegen bei Wettbewerbshunden, die vor geschulten Augen bestehen müssen. Auf einer Zuchtschau repräsentiert das Tier seine Rasse und ist es sich einfach schuldig, perfekt zu sein.
Selbstverständlich muss der Hund für einen Besuch im Hundesalon gesund sein: Er darf keine ansteckenden Krankheiten und keine Hautkrankheiten haben und muss mit seinen Impfungen auf dem Laufenden sein.
Die Ausstattung
Sie brauchen einen hohen Tisch mit Befestigungsmöglichkeiten für das Halsband. So lassen sich plötzliche Bewegungen des Hundes verhindern, vor allem, wenn Scheren und Messer benutzt werden. Dann brauchen Sie eine Schermaschine mit mehreren Aufsteckkämmen - unverzichtbar vor allem für Pudel. Weiter einen Entwirrungskamm für langes und gelocktes Haar; Schere, Krallenzange, Striegel; einen Handkamm, um dem Haar Fülle zu verleihen; Trimmmesser, Effiliermesser.
Die Technik
Die Ausstattung allein reicht nicht, man muss auch damit umgehen können. Die Technik hat sich im Laufe der Jahrhunderte enorm weiterentwickelt. Heute läuft die Behandlung im Hundesalon in drei Phasen ab:
- Das Shampoonieren, sanft und auf die Haut des Hundes abgestimmt, um Staub und Hautreste zu entfernen, die das Haarkleid stumpf erscheinen lassen.
- Der Haarschnitt erfolgt in drei Etappen:
- Die Schur, in der Regel nur bei Pudeln, verlangt eine gewisse Präzision, damit keine Kammspuren sichtbar bleiben und der gesamte geschorene Bereich gleichmäßig nachwächst.
- Das Stripping: Hierbei handelt es sich um das Auszupfen des toten Fells mit den bloßen Fingern oder einem Trimmmesser. Dies ist vor allem bei Rauhaar- oder Drahthaarhunden sinnvoll, um so längere Haare zu entfernen und das Haarkleid zu vereinheitlichen.
- Das Trimming oder Modellieren des Haarkleides mit dem Trimmmesser oder dem Kamm.
- Als Drittes folgt jene Pflege, die sonst vom Halter vorgenommen wird: Das Reinigen der Augen, Entfernen unerwünschter Haare aus den Ohren (um im Sommer Ährchen zu vermeiden und das Reinigen der Ohren zu erleichtern), gegebenenfalls Entfernen des Zahnsteins, Schneiden der Krallen und Untersuchung der Ballen auf Unversehrtheit.
Soweit der generelle Ablauf der Schönheitspflege in einem Hundesalon. Selbstverständlich wird jeder Hund anders behandelt. Hier sind einige Beispiele:
Bei Glatthaaren (wie Dalmatiner oder Labrador) ist der Entwirrungskamm unnötig; selbst wenn der Hund haart, reicht eine einfache Hundebürste. Damit das Haar den für diese Rasse typischen Glanz erhält, kann man einen Lederhandschuh benutzen und anschließend mit einem Fensterleder das Fell "nachpolieren".
Bei einem Hund mit langem oder mittellangem Haar (Spitz, Spaniel) sollte man es vermeiden, lebende Haare zu entfernen oder durch zu grobes Gerät abzubrechen. Der Gebrauch eines Striegels ist hier deutlich vorzuziehen.
Bei glatten und gelockten Langhaarrassen (Afghane, Chow-Chow, Malteser) ist ein Entwirrungskamm nötig, um totes Haar zu entfernen.
Beim Chow-Chow wird dem Haarkleid abschließend noch einmal Volumen verliehen, indem man es gegen die Wuchsrichtung bürstet, und beim Foxterrier wird der Kinnbart egalisiert, um ihm einen eckigen Kopf zu verleihen.
Der Pudel ist bei weitem der komplizierteste Fall. Es sind diverse Schurarten zugelassen, in Frankreich vor allem die Löwen- oder Standardschur (Topknot, Manschetten an den Vorder- und Hinterläufen und ein Pompon an der Rutenspitze), der "English Saddle-Clip" (die Haare nach hinten gekämmt und von einer Schleife gehalten, die Schnauze geschoren), die Zazou-Schur (Läufe und Körper geschoren, Topknot, Schnauze und Ohren geschoren).
Die Palette der Schurarten und Frisuren ist also extrem breit, und ein Hundepfleger braucht gründliche Kenntnisse über Hunderassen, ihre Morphologie, aber auch ihren allgemeinen Charakter, damit er das Erscheinungsbild den Kriterien der Rasse anpassen kann. In Frankreich gibt es dafür Schulen - oft lernt man jedoch auch dort nicht genug, und die Fachleute sind sich einig, dass der größte Teil der Ausbildung in der Praxis stattfindet, durch Erfahrung. Es gehört übrigens auch zur Rolle des Hundefriseurs, eventuelle Makel des Hunds auszubügeln. Bei einem zu hochläufigen Hund bleiben zum Beispiel die Haare an den Läufen länger, um den Eindruck eines bodennahen Hundes zu vermitteln; ebenso schneidet man bei vorbiegigen Läufen auf einer Seite mehr weg als auf der anderen, um den Gesamteindruck des Laufes zu korrigieren.
Ein guter Hundepfleger muss die Techniken beherrschen, die Kriterien der verschiedenen Rassen sehr gut kennen, aber auch Geduld, Takt, Fingerspitzengefühl und - nicht zu vergessen - Psychologie mitbringen.
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