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Sport- und Freizeitwettbewerbe

In den achtziger Jahren kamen einige neue Hundesportaktivitäten wie zum Beispiel Schlittenhunderennen und Agility auf, die heute zu den anerkanntesten Disziplinen gehören.

Schlittenhunderennen bedeuten Spaß an der Teamarbeit mit der Meute, das Entdecken großer, weiter Flächen und Wettbewerb. Voraussetzungen sind bestimmte Fähigkeiten des Hundes, täglicher persönlicher Einsatz, eine gute körperliche Verfassung und ausreichende finanzielle Mittel für den Unterhalt der Tiere und die Reisekosten. Deshalb sind Schlittenhunderennen ein sehr teurer Sport.

Agility hingegen ist eher eine Disziplin für Freizeit und Erholung. Der Hundeführer lernt, seinen Hund besser zu erziehen und hat Spaß dabei. Dieser Sport ist für jedermann zugänglich, ob jung oder alt. Jedoch, selbst wenn Hund und Herr als Team arbeiten, betätigt sich der Hundeführer nicht wirklich körperlich. Darüber hinaus gibt es weniger bekannte Sportarten wie z.B. Flyball.

Breitensport

Hierbei läuft der Führer auf einem abgesteckten natürlichen Terrain neben dem Hund her. In der Praxis ist Geländelauf nichts anderes als die offizielle sportliche Form des sonntäglichen Jogginglaufs mit dem Familienhund, der sich bei zahlreichen Hundehaltern großer Beliebtheit erfreut.

Den Regeln zufolge müssen Hund und Führer eine Strecke von mehreren Kilometern zurücklegen, ohne anzuhalten oder den Partner zu wechseln. Der Mensch wird an den Hund gebunden (oder umgekehrt), und zwar vorschriftsmäßig, mit einer Schnur oder einer Leine, die um die Taille befestigt wird. Die auf den gesamten Parcours verteilten Richter achten darauf, dass der Führer den Hund niemals überholt oder hinter sich herzieht. Ist dies der Fall, wird das Team sofort disqualifiziert-Geländelauf ist ein echter Teamsport.

Bei diesem Sport spielen Rasse, Größe und Alter des Hundes (im Rahmen des Vertretbaren natürlich) genauso wenig eine Rolle wie das Alter des Läufers. Vor kurzem wurden auch Mannschaftswettbewerbe ins Leben gerufen.

Diese Geländelaufwettbewerbe erfreuen sich in Europa immer größerer Beliebtheit. Aufgrund des sportlichen, spielerischen und geselligen Aspekts wird sich dieser Sport in den kommenden Jahren sicher noch weiter verbreiten.

AGILITY-HINDERNISSE

  • Der Tunnel: Der Hund muss allein durch einen mehr oder weniger langen Zylinder aus festem oder weichem Material kriechen, während der Führer draußen stehen bleibt.
  • Die Schrägwand: Dieses Hindernis besteht aus zwei schiefen Ebenen (es sieht aus wie ein Zeltdach), die der Hund hinauf- und hinabklettern muss, ohne zu springen.
  • Der Laufsteg: Ein mehrere Zentimeter vom Boden entfernt aufgestelltes Brett, über das der Hund gehen muss, während der Führer daneben steht.
  • Der Slalom: Mehrere Stäbe sind in gleich großen Abständen hintereinander angeordnet. Der Hund muss den Slalom allein absolvieren.
  • Der Weitsprung: Mehrere Holzstücke sind so hintereinander angeordnet, dass ein Mindestabstand entsteht, den der Hund überspringen muss. Die Breite dieses Abstands variiert je nach Schwierigkeitsgrad des Parcours.
  • Die Wippe: Ein Brett, das zur anderen Seite kippt, sobald der Hund sich seiner Mitte nähert.
  • Der Tisch: Der Hund muss darauf springen und dort Kommandos wie "Sitz", "Platz" und "Steh" ausführen.
  • Der Haltebereich: Der Hund muss hier regungslos verharren, bevor er seinen Parcours fortsetzt.

Agility

Diese Hundesportart ist noch recht neu, findet jedoch immer mehr Verbreitung. Agility versteht sich als Spieldisziplin, den Hund ohne Leine und Halsband verschiedene in einem Parcours zusammengestellte Hindernisse wobei der Hund zu überwinden hat.

Die Disziplin enstand 1978 in England und ist den Springreitturnieren nachempfunden. Die Idee stammt von John Varley. Bei einem Empfang veranstaltete er einen Wettbewerb, für den nur Hunde zugelassen waren. Diese neue Hundesportart verbreitete sich rasch und wurde sehr schnell in ganz Europa bekannt. 1987 erkannte die Société Centrale Canine in Franckreich Agility als vollwertigen Sport an und stellte die folgenden drei Grundregeln auf: Es dürfen Hunde aller Rassen teilnehmen, es dürfen auch Hunde "ohne Papiere" teilnehmen und das Ziel der Disziplin ist Sport, Erholung und Erziehung.

Seit 1988, finden eigene Agility-Meisterschaften statt, darunter die jährlichen Europameisterschaften. Seit 1989 ist Agility weltweit anerkannt und eine Reihe von Ländern haben sich den 14 Ländern Europas angeschlossen: Japan, Südamerika, Nordafrika sowie zahlreiche Länder Osteuropas.

Für den Wettbewerb selbst schreibt die FCI (Fédération Cynologique Internationale) ein Mindestalter von 15 Monaten für die Teilnahme vor. Hunde, die weniger als 40 Zentimeter groß sind, werden nur zur "Mini-Agility" zugelassen.

Woraus besteht ein Agility-Parcours? Genauso wie bei Springreitturnieren müssen auch hier alle Hindernisse fehlerfrei überwunden werden. Zu einem Parcours gehören neben Sprüngen über Hecken oder Mauern auch schwierigere Prüfungen.

Damit der Hund in allen Prüfungen besteht, muss er sehr präzise erzogen werden; dies geschieht jedoch einzig und allein im Spiel und auf der Grundlage gegenseitigen Vertrauens. Deshalb ist Agility eine sehr interessante Disziplin, denn nicht nur der Hund ist gefordert, sondern auch der Besitzer. In manchen Fällen ist die Zusammenartbeit zwischen Hund und Herr so gut, dass der Hund den Parcours ganz allein absolviert, während der Besitzer in der Mitte des Parcours steht und ihm lediglich die Reihenfolge der Hindernisse anzeigt. Da dieser Sport jedermann offen steht, gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Vereinen, die Training für Anfänger und Fortgeschrittene anbieten. Selbst ohne Hund ist es stets sehr eindrucksvoll, den besten Agility-Hunden beim Absolvieren eines Hindernisparcours zuzusehen.

Flyball

Dank Flyball kann der Hundehalter sich erholen und zusammen mit seinem Hund Spaß haben, denn hier handelt es sich um eine spielerische und zugleich sportliche Betätigung. Flyball ist ganz einfach eine hundegerechte Variante des Frisbeespiels.

Der Ursprung beider Sportarten geht auf das Jahr 1872 zurück, als eine Kuchenfabrik, die "Frisbee Pie Company", flache, runde Kuchenformen auf den amerikanischen Markt brachte. Diese Kuchenformen wurden von jungen Amerikanern mit der Zeit als Wurfgeschosse zweckentfremdet. 1946 hatte Walter Morrison die Idee, eine Wurfscheibe aus Bakelit zu entwickeln - dies war die Geburtstunde des Frisbees. 1967 fanden in Pasadena die ersten Frisbeeweltmeisterschaften statt, inzwischen hat dieser Sport die ganze Welt erobert.

Angesichts der natürlichen Gabe des Hundes, beliebige Gegenstände zu apportieren, lag es nur nahe, im Hundesport auch Frisbees und Bälle zu verwenden. In den 60er Jahren fanden die ersten Flyballvorführungen statt, und schließlich wurden die ersten offiziellen Wettbewerbe organisiert, überwiegend in den angelsächsischen Ländern.

Die Spielregeln sind relativ einfach: Mit einer Wurfmaschine wird ein Ball in die Höhe geschleudert, den der Hund so flink wie möglich auffangen und dem Hundeführer zurückbringen muss. Meist zeigen die von ihren Besitzern angefeuerten Hunde dabei einen erstaunlichen Sinn für Akrobatik. Hinzu kommen Wettbewerbe für die schönsten Fänge, den sich dabei am originellsten verhaltenden Hund usw.

Bei dieser Hundesportart werden keine besonderen Anforderungen gestellt, weder an den Hund noch an den Halter. Die Größe des Hundes spielt überhaupt keine Rolle und man sieht nicht selten kleine Tiere, im Allgemeinen von unbestimmter Rasse, die in den größten Wettbewerbe die Siege davon tragen.

Darüber hinaus ist Flyball ein Sport, der mühelos auch von körperbehinderten Menschen betrieben werden kann und die Wettbewerbe, im Gegensatz zu anderen Turniersportarten, stehen allen Teilnehmern gleichermaßen offen.

Flyball ist der ideale Sport für alle, die Spaß haben möchten, sich körperlich betätigen und an Turnieren teilnehmen möchten, ohne sich in Gegenwart ihres Lieblings allzu ernst zu nehmen. Vorausgesetzt natürlich, dass der Hund sich nicht plötzlich dafür entscheidet, den Ball doch lieber zu verspeisen!