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Ring-,Fährtensuch- und Geländewettbewerbe

Der Ringwettbewerb und seine praktische Form, der Geländewettbewerb, bestehten aus einer Reihe von Geschicklichkeitsprüfungen, bei denen der Hund seine natürlichen Fähigkeiten in den Bereichen Hindernisspringen, Unterordnung und Fährtensuche unter Beweis stellt. Diese Prüfungen ermöglichen es, unter den Gebrauchshunderassen die grundlegenden Qualitäten in den Bereichen Athletik, Dynamik, Fähigkeit zum Gehorsam, Charakterfestigkeit und Mut auszuwählen und stehen in dem Ruf, zur Verbesserung der Hunde beizutragen. Aus diesem Grund werden die Prüfungsergebnisse in die Papiere des Hundes eingetragen, was den Züchtern Aufschluss darüber gibt, ob auch zur Verbesserung der Gebrauchshundeigenschaften der Rasse posotive Vererber eingesetzt wurden.

Ursprung der Wettbewerbe

Die ersten Prüfungen im Ring fanden ab 1896 in Belgien statt, 1903 gab es die ersten Geländewettbewerbe im ebenfalls belgischen Lierre in der Nähe von Malines. In Frankreich stellten die Herren Dretzen, Vorsitzender des Beauceron-Züchtervereins, Paul Megnin, Redakteur der französischen Zeitschrift L'Eleveur (der Züchter) und Liebhaber des Elsässischen Schäferhunds und Joseph Couplet, Vorsitzender des belgischen Kennel Club, die ersten Richtlinien für Ring-, Gelände- und Wildhüterwettbewerbe in Frankreich auf.

Inzwischen nehmen Tausende von Hunden jedes Jahr an diesen Prüfungen teil. Zunächst absolvieren sie die Schutzdienstprüfung, die ihnen Zugang zur Kategorie 1 und anschließend Kategorie 2 und 3 der Ringprüfungen gewährt. In diesen verschiedenen Stadien der Dressur kann der Hund auch die einfache Geländeprüfung, die Geländeprüfung mit 350 Punkten und schließlich die Geländeprüfung mit 500 Punkten ablegen. Hat der Hund das Niveau für die Ringprüfung Kategorie 3 erreicht, muss er mehrere Vorentscheidungstests absolvieren und dabei eine Mindestpunktzahl erreichen, die ihm Zugang zu den drei Auswahlwettbewerben verschafft. Diese wiederum ermöglichen ihm, an der französischen Landesmeisterschaft teilzunehmen und sich unter fast 250 Hunden, die aus dem ganzen Land gegeneinander antreten, als einer der 25 Besten zu qualifizieren.

Der Geländewettbewerb ist eine eintägige Veranstaltung, denn die Prüfungen müssen stets neu für den Hund sein, und der Hundeführer darf nicht die Möglichkeit haben, den Parcours nach dem Start des ersten Teilnehmers kennen zu lernen, um den Hund entsprechend zu trainieren. Die Hunde werden nach den Bestpunktzahlen, die sie in den Wettbewerben eines Jahres erreicht haben, ausgewählt.

Ablauf der Wettbewerbe

Ringprüfungen finden auf einem geschlossenen Gelände von 2.500 qm statt, meist gehört das Gelände einem der 650 Vereine Frankreichs, die sich dieser Disziplin verschrieben haben. Einige traditionelle Wettbewerbe finden auf öffentlichen Festplätzen statt - für das breite Publikum sind diese Vorführungen immer sehr beeindruckend.

Geländewettbewerbe finden in einem offenen, ringförmig angelegten Gelände statt. Hier wird das Tier mit immer anderen Situationen des täglichen (Gebrauchshunde-) Lebens konfrontiert, bei denen es Mut und Initiative zeigen muss. Meistens werden diese Wettbewerbe in Schlossparks ausgetragen; es wäre jedoch auch interessant, Industriegebiete oder verlassene Dörfer als Veranstaltungsorte zu wählen. Die Schwierigkeiten, die der Hund bei einem solchen Wettbewerb in einer städtischen Umgebung bewältigen müsste, kämen jenen nah, mit denen er heutzutage z.b. als Polizeihund konfrontiert ist. Die Fährtensuchprüfungen im offenen Gelände sowie die Stöberhundprüfung werden auf den umliegenden Feldern abgehalten.

Teilnehmende Rassen

Nahezu alle Rassen der ersten und zweiten Gruppe (Schäfer- und Wachhunde) sind groß genug, um für die Arbeit eingesetzt zu werden. Hierzu gehören französische Schäferhunde wie Beauceron, Briard, Picard und Pyrenäenschäferhunde, belgische Schäferhunde in veschiedenen Varianten wie Groenendael, Tervueren, Malinois und Laekenois, flämische Treibhunde, Rottweiler, deutsche Schäferhunde und andere deutsche Gebrauchshunderassen wie Riesenschnauzer, Boxer und Dobermann, seltener auch holländische Schäferhunde, Schäferhunde osteuropäischer Rassen und Airedale Terrier.

Der deutsche Schäferhund und der belgische Malinois sind die derzeit am meisten vertretenen Rassen. In den letzten 15 Jahren hat der Malinois beachtliche Fortschritte erzielt und besteht Gebrauchshundeprüfungen selbst in den anspruchsvollsten Hundesportwettbewerben, so dass man durchaus davon ausgehen kann, dass er der beliebteste Gebrauchshund der nächsten Jahre sein wird.

Training des Hundes

Das Training eines Hundes für Ring- und Geländeprüfungen beginnt im Alter von drei Monaten und endet erst, wenn auch die Karriere des Hundes beendet ist, d. h. im Alter von acht oder neun Jahren. Für die Ringwettbewerbe der dritten Kategorie beginnt das Training mit ungefähr drei Jahren, bei durchschnittlich vier einstündigen Trainingseinheiten pro Woche. Soll der Hund in dieser Kategorie erfolgreich sein, muss man bei einem begabten Tier über 500 Arbeitsstunden investieren. Oft stammt der Hund aus einer Zuchtlinie, die bereits seit über 100 Jahren spezifisch für diese Arbeit gezüchtet wurde. In 45 Minuten bis einer Stunde intesiver Arbeit in verschiedenen Situationen zeigen sich Sinnesschärfe, Athletik, Gehorsam, Initiative und Kampfgeist der Hunde.

Im Alter von drei bis sechs Monaten wird der Junghund in Fährtenarbeit und Beißen eingeführt und es werden ihm die Grundprinzipien des praktischen Gehorsams beigebracht, vor allem das Heranrufen. Er wird in der Stadt spazieren geführt, damit er sich an verschiedene Situationen gewöhnen kann.

Im Alter von sechs bis neun Monaten wird der Hund mit den Übungen, die auf dem Programm stehen, vertraut gemacht. Er lernt, in eine Wulst, in den Wadenschützer und schließlich in das Hosenbein des Angreifers zu beißen und durch abwechselndes Beißen in das rechte und das linke Bein Geschwindigkeit zu entwickeln sowie Techniken, wie er das Bein dabei in die Schnauze zu nehmen hat. Er lernt, vor Drohungen mit dem Stock nicht zurückzuschrecken und sich nicht vor Schüssen zu fürchten, die der Helfer in seine Richtung abfeuert, um ihn einzuschüchtern.

Im Alter von ungefähr neun Monaten beginnen die Dressurübungen, die andauern, bis der Hund zwei oder zweieinhalb Jahre alt ist. Die letzten Monate vor dem Wettbewerb dienen dazu, das Tier gegen schnelle und unvorhersehbare Attacken der Angreifer abzuhärten. Im Gelände muss er mit allen Schwierigkeiten umzugehen lernen, auf die er dort in seinem Leben als Gebrauchshund trifft.

Das Ausdauertraining beginnt, sobald das Wachstum des Hundes abgeschlossen ist, d. h. im Alter von 12-14 Monaten, Ziel ist die optimale körperliche Leistungsfähigkeit des Hundes. Dieses Training durchlaufen Wachhunde sowie Tiere der Schäferhundrassen. Die natürliche Gangart dieser Hunde, ihrer früheren Verwendung entsprechend, ist das Hin- und Hertraben zwischen den sich vorwärts bewegenden Herden.

In Ringprüfungen führt der Hund rasch aufeinander folgende Übungen aus. Er beginnt mit einer Folge von Sprüngen an einer 2,30 m hohen Schrägwand, beidseitig gesprungen, über eine Hürde von 1,20 m Höhe vor einem Graben von 1,50 m Breite, beidseitig gesprungen, und einem Weitsprung von 4,50 m Breite. Hierauf folgt die Gehorsamkeitsprüfung, während der sich der Hund einen Augenblick lang ausruhen kann. Danach erfolgt der Angriff auf 40 m in 15 Sekunden mit anschließendem Beißen.

Dank der Kombination von Leistungs- und Ausdauertraining entwickeln die Hunde die körperliche Leistungsfähigkeit, die sowohl bei Wettkampfteilnehmern als auch für Gebrauchshunde allgemein gefordert werden (Geländelauf über 4 bis 12 km zweimal wöchentlich sowie verschiedene Abschnitte de Hindernisparcours). Geschwindigkeit wird mit Bällen trainiert, die von einer Anhöhe geworfen werden, entweder zum Aufwärmen oder als Ersatz für Teile des Hindernisparcours. Dann werden natürliche Hindernisse ins Training einbezogen und auch Schwimmen, sofern sich ein Wasserlauf in der näheren Umgebung befindet.

Paradoxerweise sind es Hunde wie Boxer, Dobermänner, Rottweiler und Riesenschnauzer, die ein solches Training am ehesten benötigen, selbst wenn man es ihnen nicht ansieht. Schäferhunde sind im Allgemeinen ausdauernde Tiere, nicht alle sind jedoch in der Lage, ein Krafttraining durchzuhalten, vor allem nicht wenn es heiß ist. Briards und Flämische Treibhunde werden darüber hinaus häufig durch ihr Haarkleid behindert. Eine maximale Größe von 65 cm bei einem Höchstgewicht von 35 kg sollte als Grenzwert betrachtet werden; größere und schwerere Hunde werden es, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, schwer haben, im Ring und bei der Herdenarbeit gute Leistungen zu erbringen

Dressurübungen

Beim Springen und Klettern ist zwischen drei Arten der körperlichen Beanspruchung zu unterscheiden. Hoch- und Weitsprung sowie Hinaufklettern der Schrägwand.

Sprünge für junge Hunde, die noch nicht an die Arbeit gewöhnt sind, bestehen im Wesentlichen aus niedrigen Naturhürden von 80 cm bis 1 m Höhe, die der Hund spielerisch überwindet. Der Hund hat Spaß daran und wird sich dabei seines körperlichen Potentials bewusst. Sobald er in der Lage ist, im Ring still zu stehen, überspringt er die Hürde ohne Graben und lernt, seinen Absprungspunkt günstig zu wählen. Dann wird die Hürde allmählich erhöht und vor den vorgeschriebenen Graben gestellt. In einigen Monaten wird der körperlich fitte Hund 1,20 m beidseitig springen können; besonders begabte Tiere bringen es gar auf 1,40 m. Beim Geländetraining wird der Hund dazu angehalten, verschiedene natürliche Hindernisse zu überspringen.

Mit dem Weitsprung wird begonnen, indem man vor den Graben mit der Hürde, dem Hund bereits wohlbekannt, eine weitere Hürde aufstellt. Sobald er in der Lage ist, 3 m weit zu springen, wird diese Hürde in die Mitte des 3m langen Grabens gestellt, bis er schließlich 4,50 m springt. Der Rekord im Weitsprung soll bei 7 m liegen.

Anders als die Hürde und der Graben ist die Schrägwand kein Sprung- sondern ein Kletterhindernis, auf das sich der Hund mit den Vorderläufen stützt, um sich dann daran hochzuziehen. Daher wird er mit der Schrägwand als letztes bekannt gemacht, damit er es sich nicht ange wöhnt, mit den Vorderläufen auf den Sprunghindernissen aufzusetzen. Der derzeitige Rekord liegt bei 3,50 m mit schiefer Ebene, damit der Hund von der Schrägwand hinabsteigen kann. Im Gelände muss der Hund Einfriedungsmauern von geringerer Höhe (2 m) überwinden, die allerdings nicht sehr zum Klettern einladen und häufig schwieriger zu meistern sind als die 2,30 m hohen Schrägwände.