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Hundeausstellungen und Hundeveranstaltungen
Indem ein Hund an zahlreichen Ausstellungen, Wettbewerben oder Gebrauchshundeprüfungen teilnimmt, kann er bestimmte Qualifikationen erwerben, die von seinen Fähigkeiten zeugen und die in seinen Papieren (Leistungsheft) eingetragen werden. Sport- und Freizeitprüfungen fungieren darüber hinaus als Auswahltests für den Hund. Unabhängig davon, für welche Art von Prüfung sich der Hundeführer entscheidet, die Leistung, die der Hund zeigt, setzt immer echtes Einverständnis zwischen Hund und Führer voraus. Nur so haben beide Beteiligten ihre Freude. Ohne dieses Einverständnis kann es auch keine Freude am Sieg geben.
Zuchtschauen und Hundesportturniere sind lokale, nationale oder internationale Veranstaltungen, bei denen Hunde verschiedener Rassen von Formwert-, Wesens- oder Leistungsrichtern nach ihrem Exterieur oder ihren Leistungen beurteilt werden.
Die nationalen Dachverbände für Hundewesen sowie die verschiedenen Rassezuchtvereine sind in den jeweiligen Ländern für die Ausbildung der Richter zuständig.
Die Kandidaten, häufig anerkannte Züchter und Ausbilder, machen sich in den Vereinen mit der Beurteilung des Standards einer bestimmten Rasse vertraut, indem sie an Ausstellungen und Leistungsprüfungen teilnehmen. Die Schulung wird durch eine Prüfung des Vereins abgeschlossen und die Kandidaten sind nun berechtigt, an Seminaren teilzunehmen, die gemeinsam vom Dachverband für das Hundewesen sowie den Vereinen organisiert werden. Anschließend müssen die Kandidaten eine weitere Prüfung ablegen, die ihnen Zugang zu den Ämtern eines Richteranwärters gewährt. Als solcher werden sie nun an der Seite eines Ausbildungsrichters tätig. Mit den auf diese Art und Weise erworbenen Kenntnissen können sie sich als Richteranwärter bewerben, um schließlich qualifizie-rte "Richter" zu werden und später auch bei größeren Veranstaltungen zu richten.
Die Rassezuchtvereine sind in gewisser Weise Niederlassungen des nationalen Dachverbands für Hundewesen und haben die Aufgabe, ihre entsprechenden Hunderassen und deren Zucht zu fördern, und zwar vor allem durch das Führen eines Zuchtbuches und die Organisation von Zusammenkünften (Ausstellungen und Leistungswettbewerbe).
Die Gebrauchshundesportvereine sind ebenfalls Mitglied des Dachverbands, dürfen jedoch nur Gebrauchshund- und Agilityprüfungen organisieren, keine Ausstellungen. Sie tragen zur Erziehung der Hunde und zur Schulung ihrer Halter bei.
Die Rassezuchtvereine sind in Zusammenarbeit mit dem Dachverband für Hundewesen für die Verbesserung einer Rasse, deren Bekanntheit in der Öffentlichkeit sowie für die Einhaltung der Vorgaben des Rassestandards zuständig. Weiterhin sind sie mit der Schulung von Richtern, Züchtern und Mitgliedern betraut und für die Auswahl der Amtsträger zuständig.
Jeder Verein kümmert sich lediglich um eine einzige Rasse, es sei denn, für eine bestimmte Rasse gibt es noch keinen eigenen Verein. In diesem Fall kann ein anderer Verein vorübergehend diese Funktion übernehmen. Gleiches gilt für die Richter, die nur in Ausnahmefällen befugt sind, mehrere Rassen zu beurteilen.
Aufgrund der Beurteilungen erhalten die verschiedenen Zuchttiere eine Bewertung, die von einem "gut" für einfach zugelassene Tiere bis zu einem "vorzüglich" für Elite-Zuchttiere reicht. Diese Bewertungen werden gemäß des phänotypischen Aussehens vergeben; bei höher bewerteten Tieren werden jedoch auch die Verwandten sowie die Seitenlinien berücksichtigt.
Die Rassehundausstellungen
Da der Begriff "Schönheit" zu Verwirrungen führen kann, werden Schönheitswettbewerbe inzwischen Rassehundausstellungen oder Zuchtschauen genannt, wobei die Hunde in verschiedenen Klassen vorgestellt werden.
Nachwuchsklasse ("Babyklasse")
Diese Klasse ist für Hunde gedacht, die das Mindestalter für die Zulassung (im Allgemeinen ein Jahr) noch nicht erreicht haben. Die Bewertungen, die in dieser Klasse vergeben werden (ver-sprechend, vielversprechend, sehr vielver-sprechend), ermöglichen es, Prognosen für die Zukunft dieser Jungtiere anzustellen; sie sollten jedoch nicht als endgültige Bewertung angesehen werden. Der Besitzer kann so erkennen, ob er das Tier in der Jugendklasse vorstellen soll und ob sein Hund eine Karriere als Ausstellungshund einschlagen soll.
Jugendklasse
Diese Klasse ist für Hunde im Alter von ein bis zwei Jahren gedacht. Hier kann die Zuchtbewertung (Konformität mit dem Rassestandard) abgeschlossen werden; dies erfolgt durch eine qualitative Beurteilung (ist der Hund dazu geeignet, seine Rasse zu verbessern oder wird er sie lediglich nicht verschlechtern?). Im Rahmen der Beurteilung werden die Formwertnoten "vorzüglich", "sehr gut", "gut", "genügend" und "ungenügend" (keine zuchtzulassung) vergeben.
Offene Klasse
Wie der Name schon sagt, steht diese Beurteilung allen bewerteten Hunden einschließlich Jungtieren offen. Das Tier, das unter den mit "vorzüglich" bewerteten als bestes hervorgeht, erhält den CACS (Befähigungsnachweis zur Konformität mit dem Rassestandard); das zweitbeste Tier erhält den RCACS (Reserve-CACS). In den einzelnen europäischen Ländern werden jedes Jahr mehrere CACS verliehen.
Gebrauchshundeklasse
An dieser Klasse nehmen Hunde so genannter Gebrauchshunderassen teil. Die von den Vereinen gemäß der Regeln des Dachverbands für Hundewesen organisierten Gebrauchshundwettbewerbe haben zum Ziel mittels Arbeit, Erziehung oder Dressur die natürlichen Fähigkeiten jeder Rasse zu fördern.Mit Hilfe eines individuellen Formblatt können die Fortschritte des Hundes anhand der erzielten Auszeichnungen nachvollzogen werden. An diesen Hundeveranstaltungen können sich alle
Rassenhunde, auch nicht zuchtwertgeprüfte Tiere, teilnehmen. Um Gebrauchshundchampion zu werden, muss der Hund jedoch zumindest annähernd dem Rassestandard entsprechen. Es ist zu beachten, dass der Test der natürlichen Fähigkeiten (TAN) oder Zuchttauglichkeitsprüfung (ZTP) für einige Rassehunde, beispielsweise den Border Collie, möglicherweise Pflicht sein kann, damit diese zur Zucht zugelassen werden können. Dies gilt selbst-verständlich nicht für alle Rassen, denn es wird schwieriger, objektiv zwischen natürlichen Fähigkeiten und Dressur zu unterscheiden, wenn der Junghund den TAN bzw. die ZTP erst spät absolviert.
Championklasse
Diese Beurteilung erfolgt an Hunden, die bereits den CAC oder den RCAC innehaben, denn er benötigt mindestens vier CAC (einer davon muss aus einer internationalen Ausstellung und einer aus einer nationalen Zuchtausstellung stammen), um für den Erhalt des CACIB (Befähigungsnachweis zur internationalen Schönheits- bzw. Rassestandard-Meisterschaft) zu kandidieren. Dieser Wettbewerb dient zur Auswahl der Anwärter für den Titel des Nationalen Champions des jeweiligen Landes, der bei einer vom Dachverband für Hundewesen organisierten Ausstellung (in Deutschland: Dortmund) verliehen wird, an der mehr als 6000 Hunde teilnehmen. Bei diesen Ausstellungen wird das besteTier jeder Rasse gekürt und dieser Hund misst sich anschließend mit den anderen Champions. Der Gewinner aller Rassen bekommt den Ehrentitel "Best in show" verliehen. Der Hund ist berechtigt, den Titel "Internationaler Champion" zu tragen, wenn er in einem Jahr drei CACIB in mehreren Ländern erzielt, denn all diese Titel wurden ihm dann von verschiedenen Richtern verliehen.
Sammelklassen
Bei bestimmten Wettbewerben, wie beispielsweise den so genannten "Paarklassen" oder "Zuchtgruppen", werden nicht Einzeltiere nach ihren Fähigkeiten beurteilt, sondern eine Gruppe von einem Züchter bzw. ein Paar. Die, dabei verliehen Preise gelten dann für die vom Züchter erzielte Homogenität der Zuchtauswahl.
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