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Sonstige Darstellungen des Hundes in der Kunst

Das Motiv des Hundes ist auf Wappen, Münzen und seit neuerer Zeit auf Briefmarken zu finden, wobei ihm verschiedene Bedeutungen zugeschrieben werden.

Der Hund als heraldisches Emblem

Die Verwendung von Wappen kam mit den Kreuzzügen im 9. Jahrhundert auf. Die mit schweren Rüstungen bewehrten Ritter konnten sich gegenseitig nicht erkennen. Daher die Idee, ein Erkennungszeichen zu tragen, anhand dessen jedermann den Träger erkannte. Die Adelsgeschlechter in ganz Europa überboten sich gegenseitig mit der Darstellung ihrer herausragenden Eigenschaften in Form von Symbolen auf ihren Wappen. Zuerst fanden sich Fantasietiere in den Wappen, die jedoch nach und nach durch wirkliche Tiere ersetzt wurden.

Der Hund war dabei von Anfang an vertreten. Er stand in der Tat für eines der exklusiven Privilegien des Adels, nämlich das der Jagd. Ab dem 9. Jahrhundert waren verschiedene Rassen zu erkennen, es wurden Jagd- und Kampfhunde dargestellt. Im 12. Jahrhundert herrschten Mastinos und Doggen in den Wappen der Herrscher Englands, Schottlands oder Irlands vor. In dieser Zeit wurden Wappen auch zu den Emblemen großer Institutionen wie beispielsweise des Heeres.

Der Hund im Wappen steht für den Beschützerinstinkt, für Wachsamkeit, Treue, Gehorsam und Dankbarkeit. Er kann in verschiedenen Positionen dargestellt sein: angelehnt (mit dem Rücken zum Rand des Wappens), im Profil, vorbeilaufend, sitzend, liegend, kriechend. Als Farben werden Schwarz mit Rot, Grün, Azurblau, Gold und Silber verwendet. Die Wahl der Farben kommt einem Code gleich: Ein silberfarbener Hund auf schwarzem Feld steht für einen treuen und beständigen Kavalleristen, ein goldfarbener Hund auf rotem Feld weist auf einen Kavalleristen hin, der bereit ist, für seinen Herrscher zu sterben und ein schwarzer Hund auf goldfarbenem Feld bedeutet, dass der Kavallerist Trauer für seinen Herrscher trägt. Darüber hinaus dienen Hunde als seitliche Halterungen für das Wappen.



WAPPEN DER FRANZÖSISCHEN ARMEE



Die verschiedenen Abteilungen der französischen Armee verfügen alle über ihr eigenes Wappen. Dieses Wappen gehört zur Unteroffiziersschule der Gendarmerie der Stadt Gramat. Das Abzeichen wurde 1948 vom Wappenkundler Robert Louis entworfen und erhielt am 10. Dezember 1948 seine amtliche Genehmigung.

Das Wappen befindet sich in einer typischen Fassung der Gendarmerie: Ein durch ein Schild dargestellter Ritter; der Schild ist mit einem Schwert und einem Kranz aus Eichenzweigen versehen, darüber befindet sich ein Helm aus dem 15. Jahrhundert. Dieser ist im Dreiviertelprofil sichtbar und wird durch ein Halsstück und Harnisch verlängert, an dem die Granate der Gendarmerie angebracht ist. Der wehende Federbusch ist ein ebenso typisches Zeichen dieses Armeekorps.
Der Helm erinnert an die Ursprünge der Gendarmerie: Sie wurde im 15. Jahrhundert vom obersten General unter dem Namen Kompanie der Konnetablie und der Marschallerie gegründet. Auf dem Schild befindet sich ein blankes, gerades Schwert, dessen Spitze nach oben zeigt; es steht für die Macht im Dienste des Rechts. Der runde Kranz besteht aus Eichenzweigen und wurde im alten Rom jenen Soldaten verliehen, die unter Einsatz ihres Lebens Menschen gerettet hatten. Der silbrige Hintergrund ist typisch für Sonder-Ausbildungszentren der Armee. Das Gesamtwerk erinnert an den Auftrag, die Bürger zu verteidigen und Menschen in Gefahr zu helfen; es unterstreicht die militärische Herkunft und die sowohl militärischen als auch zivilen Aufgaben der Gendarmerie.
Das Wappen selbst ist typisch für das Ausbildungszentrum in Gramat. In der Sprache der Wappenkunde ausgedrückt, besteht das Feld aus azurblauen und sandfarbenen Teilen, in denen sich eine silberfarbene Granate und Mündungen befinden. Blau und Schwarz sind die traditionellen Farben der Gendarmerie, ebenso wie die Granate mit sieben Zweigen. Der Hund befindet sich vor den Flammen, da Rot die Farbe des Feuers ist. Dies bedeutet, dass der Hund vor nichts zurückschreckt, nicht einmal vor Feuer.

Der Hund in der Numismatik

Zu allen Zeiten gab es Münzen mit dem Hund als zentrales Element, das die ganze Fläche eines Geldstücks beherrscht. Der Hund war entweder Ergänzung zu eher komplexen Szenen oder ausschließlich schmückendes Symbol. Auf antiken Münzen sind häufiger Hunde abgebildet als auf modernen.

Die ersten Exemplare (um 480-440 v. Chr.), waren aus Silber oder Bronze, sie enthalten das Symbol von Segesta. Der mythische Ursprung dieses Orts wird mit Egesta, Sohn der Nymphe Segesta und des Flussgottes Crimisos, in Verbindung gebracht, der bei seiner Hochzeit die Gestalt eines Hundes angenommen hatte. Deshalb war das Tier auf verschiedenen Münzen zu finden, deren andere Seite den Kopf der Nymphe zeigten. Aus der selben Zeit stammen schwere Bronzemünzen aus verschiedenen italienischen Gegenden. In der Serie "Latium-Kampanien" findet man einen nach links laufenden Hund; in der Serie "Umbrien" von Tuder, aus der die Lira hervorgeht, ist ein liegender Hund abgebildet.

Nachdem der Hund auf einigen kleinen Bronzemünzen der Serie "Rom-Kampanien", geprägt um 210 v. Chr., aufgetaucht war, konnte man ihn auf den silbernen "Hellern" der römischen Republik bewundern. Diese Münzserie, die in Rom im Zuge des Wachstums von Handel und Wirtschaft entstand, war eine der bedeutendsten: Zahlreiche Aspekte des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, geschichtlichen und religiösen Lebens jener Zeit sind in einer breiten Themenpalette dargestellt.

Auf zahlreichen, auch kleinen Münzen aus der Zeit der "Kommunen" und der Gutsherrschaften war der Hund abgebildet. Auf der Rückseite einiger toskanischer Münzen war er liegend mit den Kopf nach links dargestellt; auf der Lira von Mailand von Philipp II von Spanien (1556-1598) erschien er an einem Baum angebunden; auf einigen kleinen Münzen aus Verona (1375-1381) war er im Halbprofil mit Flügeln zu sehen. Am meisten interessierte sich jedoch die Familie Gonzague für ihn als Motiv, der Hund wurde entweder kriechend, ausgestreckt oder kletternd dargestellt. Die Münzen dieser Familie wiesen darüber hinaus eine Inschrift auf, die das zentrale Bild des Hundes umgab: Infensus feris tantum ("Feind der Raubtiere") - eine Parole, die das Bild vom Freund des Menschen durchaus vervollständigt.

Der Hund in der Philatelie

Der Hund ist in allen Ländern fester Bestandteil der Kunst und des täglichen Lebens. Deshalb begegnet man ihm auch auf Briefmarken, sehr zur Freude zahlreicher Sammler. Ob er das Hauptmotiv einer Briefmarke ist oder lediglich ein winziges Detail darauf ausmacht, das sich nur dem echten Kenner offenbart - der Hund ist eines der in der Philatelie (Briefmarken, Briefmarkenhefte und andere Postwertzeichen) am häufigsten verwendeten Motive, deshalb raten die Briefmarkenclubs den Sammlern, sich auf z. B. auf eine Rasse oder ein bestimmtes Thema zu spezialisieren.


EINIGE BEISPIELE RÖMISCHER MÜNZEN

- Im Jahre 82 v. Chr. hielt der Magistrat Caius Manilius Limetanus die bewegende Szene fest, in der der alte Hund Argos seinen Herrn Odysseus wiedererkennt. Im Jahre 69 v. Chr. wurde der Hund häufig zwischen den Beinen der Hirsche abgebildet, die einen von Diana geführten Wagen ziehen.

- Im Jahre 64 v. Chr. war die Rückseite eines Hellers mit einem Windhund in vollem Lauf versehen. Diese Münze stammte von Caius Postumus.

- Im Jahre 60 v. Chr. wurde eine Jagdszene dargestellt, in der ein Jagdhund ein verletztes Wildschwein angreift, l Im Jahre 45 v. Chr. stellte Titus Crisius auf einem Silber-Sesterz einen nach rechts laufenden Hund dar; auf einem Heller von Augustus war ein Hund zu sehen, der sich zu den Füßen der Göttin Diana saß und ihren Bogen und ihre Pfeile trug.


Die erste Idee zur Darstellung von Hunden auf Briefmarken war es, ein Tier aus dem jeweiligen Land abzubilden. 1887 gab es den ersten "Briefmarkenhund", einen prächtigen Neufundländer, der auf einer Briefmarke eben jener Insel prangte. In Belgien zieren belgische Schäferhunde die Briefmarken, in den skandinavischen Ländern findet man Schlittenhunde. Briefmarken mit Hundemotiven verkaufen sich im Allgemeinen sehr gut, deshalb ist er bisweilen auch auf Marken von Ländern abgebildet, die mit seinem Herkunftsland nicht das Geringste zu tun haben. So findet sich beispielsweise ein englischer Spaniel auf einer Briefmarke aus Nicaragua. Außerdem kann es sich bei ihm um ein reines Werbebild handeln, wie die Marke "Die Stimme seines Herrn" für Pathé.

 

Die Darstellung eines Hundes auf einer Briefmarke kann auch interessante kulturelle Aspekte haben, wenn er auf einem Gemälde zu sehen ist, das als Briefmarkenmotiv verwendet wird oder wenn sich die Marke, auf der er prangt, in einem Buch oder einem Comic wiederfindet.

 

Darüber hinaus kann die Briefmarke eine Erinnerung an ein wichtiges Ereignis darstellen. So wurden in der Sowjetunion zahlreiche Briefmarken mit dem Bild von Laika, der ersten Hündin im All, herausgebracht. Briefmarken können auch erzieherischen Zwecken dienen, wie beispielsweise die Pariser Briefmarke "Apprenez-leur le caniveau", was soviel bedeutet wie "Bringen Sie Ihrem Hund bei, sein Geschäft am Straßenrand zu verrichten".

 

Leidenschaftliche Briefmarkensammler interessieren sich auch für die Geschichte des Hundes in dem Land, aus dem die jeweilige Marke stammt, und es ist ihnen wohl bekannt, dass beispielsweise im Alaska der 40er Jahre die Post per Hundeschlitten zugestellt wurde; dass es auf der Hundeinsel, einer Nachbarinsel von Saint-Pierre-et-Miquelon, ein Postamt gibt und dass die Hundeführer der Militärs im Ersten Weltkrieg über einen eigenen Poststempel verfügten...