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  6. Der Hund in der Archäologie













Der Hund in der Archäologie

Seit jeher fertigt der Mensch Abbildungen von Tieren in seiner Umgebung an. Felsmalerei, Archäologie, Skulptur und Malerei zeugen von der Bedeutung des Hundes im täglichen Leben, aber auch in der Fantasie des Menschen. Wachhund, Jagdhund oder Begleithund, der Hund ist stets auch Wächter der Unterwelt für Wachsamkeit, Treue und Gehorsam, aber er wird auch verdammt und mit dem Tod und den Mächten des Bösen in Verbindung gebracht. Darüber hinaus finden sich zahlreiche Darstellungen des Hundes auf Wappen, Münzen, und in neuerer Zeit auf Briefmarken.
Unter den zahlreichen Abbildungen von Tieren, die die Archäologie zutage gebracht hat, finden sich in der Tat häufig Hunde. Ihre Symbolik zeigt die Bedeutung des Hundes zu früheren Zeiten. Je nach Ort und Zeit bewegt sich sein Status zwischen dem eines Sklaven und dem eines Gottes. Die älteste Abbildung eines Hundes befindet sich auf einem breiten Felswandfries in der Cueva Vieja in Spanien (ca. 10.000 Jahre v. Chr.). Hier scheint ein Hund einem Hirschen den Fluchtweg abzuschneiden - ganz offensichtlich eine Darstellung der Anfänge der Jagd!

Der Hund als Gott

Eines der bekanntesten Beispiele hierfür findet man in Ägypten: der Gott Anubis, halb Hund und halb Schakal, der ab der 19. Dynastie, ca. 4200 v. Chr. in Erscheinung trat. Da sich nachts Hunde in den Totenstädten aufhielten, wurde Anubis der Gott mit Hundekopf, der Gott der Toten. Er stand den Bestattungszeremonien vor und leitete die Rituale, die an den Körpern der Verstorbenen vollzogen wurden - allem voran das Einbalsamieren.
In der griechischen Mythologie ist der Hund eine von Hephaistos, dem Gott der Handwerker, geschaffene Kreatur. Demnach ist er göttlichen Ursprungs und hat eine privilegierte Stellung vor allen anderen Tieren inne.

Arbeitshund und Kriegshund

Seit jeher steht der Hund im Dienste des Menschen. Ursprünglich besaß der Hund im Mittleren Osten den Status eines Sklaven (um 2000 v. Chr. war das Schriftzeichen für den Hund in der Keilschrift sogar mit dem für Sklaven identisch), im weiteren Verlauf der Menschheitsgeschichte gewann der Hund zunehmend an Bedeutung.

Nahezu alle Darstellungen von Jagdszenen zeigen Hunde an der Seite des Menschen. Ein Beispiel ist die Großwildjagd mit Mastinos, die auf den Stadtmauern der auf das Neolithikum zurückdatierten Stadt Catal-Hüyük im Mittleren Osten dargestellt ist. In Ägypten halfen Hunde dem Menschen bis zur 8. Dynastie bei der Antilopen- und Gazellenjagd. Im Zuge der Vervielfältigung und Spezialisierung der Rassen entstanden 1500 v. Chr. die schnelleren Windhunde. Auch die Griechen und Römer der Antike verwendeten Hunde für die Jagd, und auf zahlreichen Darstellungen sind Hunde zu finden.

Darüber hinaus spielten Hunde eine wichtige Rolle als Wächter, so Zerberus, der in der griechischen Mythologie den Zutritt zur Hölle für die verstorbenen Seelen kontrollierte. Im Fernen Osten waren so genannte "Muffenhunde" als Wächter der Eunuchen (3470 v. Chr.) gebräuchlich. Im Rom der Antike (1. Jh. n. Chr.) wurden an Ketten gelegte Hunde als Wachhunde im Haus eingesetzt - ein Bild, das sich in dem berühmten Bodenmosaik "cave canem" ("Vorsicht vor dem Hund") in Pompeji wiederfindet.

Außerdem standen Hunde den Soldaten im Krieg zur Seite. Um 1000 v. Chr. waren Hunde aus Mesopotamien, allen voran Mastinos, im Fernen Osten für die Jagd auf Menschen, beispielsweise Sklaven auf der Flucht, sehr begehrt. In Indien erinnern die Skulpturen an einem Tor des buddhistischen Tempels Sanshi Tope an die in den Kriegen eingesetzten Fleischerhunde. Im römischen Heer der Antike wurden verschiedene Arten von Gefechtshunden eingesetzt: Verteidigungshunde schützten die Nachhut, während Angriffshunde an vorderster Front liefen und Verbindungshunde die verschiedenen Armeeposten verbanden. Die Meder und Perser ließen ihre Hunde die zu überbringende Nachricht schlucken und schlachteten sie bei der Ankunft.

Der Hund als Haustier

Das Los der Hunde zu jenen Zeiten mag recht bemitleidenswert erscheinen; es gibt auch Anzeichen dafür, dass sie bisweilen sehr geschätzt und respektiert wurden. Im Neuen Ägyptischen Reich beispielsweise hatte der Hund einen derart hohen Rang inne, dass das Misshandeln oder gar Töten von Hunden mit schweren Strafen geahndet wurde. Im Griechenland der Antike stellten Künstler den Hund häufig als Begleiter des Menschen dar. Die mesopotamischen Bildhauer von Assurbanipal haben diese besondere Bedeutung des Hundes in ihrem Werk "Der junge Satyr in Ruhestellung", das sich heute im Pariser Louvre befindet, dargestellt. Als erster Beweis für die Aufnahme des Hundes in die Familie gilt jedoch die Terrakotta-Skulptur eines Bettes, in dem sich ein Paar zärtlich umarmt. Zu seinen Füssen liegt ein schlafender Hund. Diese Skulptur, eine vollkommen moderne Darstellung der "Liebe" zum Hund, stammt aus Gallien und entstand bereits um 50 v. Chr.