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Rettungshunde für den Einsatz im Wasser

Neufundlaender im Wasser

Wie bei jeder anderen Rettungsdisziplin spielt der Hund dank seiner körperlichen Leistungsfähigkeit und seiner starken Willenskraft auch eine wesentliche Rolle als Helfer von Rettungsschwimmern, die zugleich Hundeführer sind.
 

Wahl der Rasse: Der Neufundländer

Der Neufundländer bietet zahlreiche Eigenschaften, die bei der Rettung am und im Wasser genutzt werden:

  • Kraft: Er kann mehrere Personen oder ein Boot von mehreren Tonnen schleppen.
  • Ausdauer: Er kann mehrere Stunden und lange Strecken schwimmen.
  • Widerstandsfähigkeit bei Kälte, die ihn sofort einsatzbereit macht, im Gegensatz zu einem Taucher, der etwa 5 Minuten braucht, um sich auszurüsten.
  • Gelassenheit und Ruhe: Sie flößt den Verunglückten Mut ein.
  • Hartnäckigkeit: Er gibt niemals auf.

 

Die Verwendung des Neufundländers

Der Hund allein

Er handelt wie ein Rettungsschwimmer: Er hilft erschöpften Schwimmern, die noch bei Bewusstsein sind, schleppt Boote und Material, kann bei Überschwemmungen und Naturkatastrophen Hilfstrossen ziehen und Boote in seichten Gewässern oder zwischen Felsen festhalten.


Der Hundeführer mit seinem Neufundländer

Der Hund spielt hier die Rolle des Helfers. Bei der Rettung Opfern, die um sich schlagen, setzt der Hundeführer das Opfer außer Gefecht und lässt sich von seinem Hund beim Abschleppen helfen. Beim Schleppen eines Bootes in Richtung des offenen Meeres oder von Booten mit Opfern an Bord, die aus einer gefährlichen Zone herausgebracht werden müssen, übernimmt er dieselbe Aufgabe. Bei der Rettung von kleinen Segelbooten, die gekentert oder verunglückt sind, und bei der Suche nach Menschen in einer bestimmten Zone schleppt der Neufundländer ein großes Schlauchboot und folgt dabei den Blasen der Taucher.


Tätigkeitsbereiche

Der Hund kann an allen Orten am und im Wasser eingesetzt werden.

 

  • Auf See: Einsatz bei Alarmruf oder wenn von der Rettungswacht ein Unfall beobachtet wurde; Rettungseinsätze an schwer zugänglichen Stellen. Einschränkungen: Strände mit sehr hohen Wellen.
  • Im Fluss: Einsatz bei Alarmruf zur Verstärkung der Retter vor Ort; sofortiger, punktueller Einsatz trotz Hindernissen, Anfahrt im Automobil. Einschränkung: ein Einsatz in der Nähe eines stromaufwärtsgelegenen Wehrs einer Schleuse.
  • Auf Seen und Wasserflächen: Einsatz bei Anruf eines Zeugen oder wenn ein Unfall beobachtet wurde; ständige Anwesenheit und Überwachung in touristischen Gebieten. Einschränkung: Rettungseinsatz stromaufwärts in der Nähe eines Stauwerks.
  • Bei einer Überschwemmung: Der Einsatz erfolgt auf Anfrage zur Verstärkung von Transportmannschaften. Die wesentlichen Einsätze sind: Bergung von Material, Schleppen zur Evakuierung von Opfern, Transport von Nahrungsmitteln, Durchziehen von Hilfstrossen.
  • Bei Katastrophen: Unterstützung der Opfer und dieselben Einsatzarten wie bei Überschwemmungen.
  • Bereitschaft bei Wassersportveranstaltungen: Regatten, Triathlon, Wassersportarten, die eine Bereitschaft für kurzfristige Einsätze bei Unfällen erfordern.

 

Kriterien für die Wahl des Neufundländers

Man darf niemals vergessen, dass die Eigenschaften eines Wasserrettungshundes gleichermaßen auf seiner Abrichtung und seinen körperlichen und psychischen Veranlagungen beruhen. Als größte Mängel werden beim Neufundländer ein fehlender Rettungsinstinkt und unzureichende Schwimmkraft angesehen. Das größte Problem ist aber die Dysplasie der Hüften.

Für die Wasserrettung werden systematisch Welpen mit großer Muskelkraft und starkem Knochgerüst durch Röntgenuntersuchungen der Vatertiere aufgespürt, um so eine Dysplasie der Hüftpartie auszuschließen.

Die Ausbildung

Unabhängig davon, ob es sich um einen Welpen oder einen ausgewachsenen Hund handelt, heißt das Schlüsselwort der Abrichtung "langsam" . Tatsächlich wird sich ein ausgewachsener Hund erst an seine neue Lebensart gewöhnen müssen. Es besteht die Gefahr, dass seine Muskulatur und seine Gelenke überlastet werden, wenn keine Kontrolle ausgeübt wird. Es ist also erforderlich, ihn langsam an das Schwimmen, Klettern und Laufen zu gewöhnen. In gleichem Maße muss berücksichtigt werden, dass sich sein Charakter bereits gefestigt hat.

Wie jeder andere Welpe muss der junge Neufundländer allmählich in mehreren kurzen Phasen entsprechend seiner Konzentrationsfähigkeit abgerichtet werden. Genauso ist es erforderlich, die Übungen zu verschiedenen Tageszeiten und an unterschiedlichen Orten durchzuführen, um jede Gewöhnung zu vermeiden.

Neufundlaender


Der Neufundländer in der Ausbildung

Jede Übungsstunde beginnt mit einer Lockerungsphase, in der Hund sich entspannt und auf seine Arbeit vorbereitet wird.Die eigentliche Ausbildung erfolgt an Land und im Wasser. Aber ihr gehen stets reine Gehorsamsübungen voraus,wie Bei-Fuß-Gehen, Platznehmen, Appell, die dem Welpen im Alter von wenigen Monaten eingeschärft werden. Mit der Zeit werden die Aufgaben schwieriger (Befehle durch Sprache oder Gesten über größere Entfernungen ...)und es werden Steigerungen der Übungen auf schlüpfrigem Gelände oder am Hang ausgeführt, die den tatsächlichen Einsatzbedingungen ähneln. All dies wird abgerundet, indem der Welpe mit der Außenwelt vertraut gemacht wird: Menschenmengen, Motorgeräusche, Lifte...

Die Arbeit im Wasser besteht aus zwei Teilen:

 

  • der Arbeit des Hundes, der lernt, Gegenstände zu apportieren, zuerst seinen Herrn, dann Personen, die er nicht kennt, zu ziehen, schließlich Surfbretter oder Boote abzuschleppen;
  • der Arbeit des Teams Herr und Hund, bei der beide sich im gegenseitigen Vertrauen und Einverständnis ergänzen. Die eigentliche Rettungsarbeit beginnt erst, wenn der Hund fünfzehn Monate alt ist: Die Ausbildungsübungen werden schwieriger, der Zugang zum Wasser wird von Hindernissen versperrt, das Schleppen erfolgt mit immer schwereren Booten, der Hund wird manchmal von Wellen untergetaucht.


Die Häufigkeit der Übungen ist je nach der Motivation und den körperlichen Anstrengungen des Hundes unterschiedlich. Die Gehorsamsübungen werden jedoch jeden Tag wiederholt.

Die beiden Mitglieder des Hundeteams müssen im selben Rhythmus voranschreiten. Die Herstellung eines innigen Einverständnisses zwischen dem Herrn und seinem Hund ist eine der fundamentalen Grundlagen. Aber dieses Einverständnis ist nur möglich, wenn der Herr auch auf seinen Hund hört, und in der Lage ist, in diesem wie in einem offenen Buch zu lesen, das heißt, seine Reaktionen im voraus zu kennen.

Je nachdem, ob der Hundeführer seinen Hund in seiner Arbeit anspornen oder ihn stoppen will, wird seine Stimmlage unterschiedlich sein. Befehle werden mit einer trockenen Stimme in markanter Weise erteilt. Anregende Kommandos müssen in dynamischer und unbeschwerter Weise gegeben werden.

Was auch immer geschieht, bei der Abrichtung ist ein Prinzip immer einzuhalten: Wenn dem Neufundländer eine Übung gelingt, ist das ihm allein zu verdanken; wenn er versagt, ist es der Fehler seines Herrn.
 

Bei der Abrichtung auftretende Risiken

Im Verlauf der Abrichtung des Hundes sind Hemmungen körperlicher und psychologischer Art zu befürchten. Tatsächlich kann die Übertreibung sportlicher Übungen (Sprünge, Klettern, Schwimmen..), wenn die Welpen zu jung sind, eine Bändererschlaffung hervorrufen oder eine bestehende Dysplasie verstärken.

Wenn man übrigens ein junges Tier Übungen ausführen lässt, die es erschrecken, so kann dies zu seiner ständigen Untauglichkeit führen: Es wäre schade, wenn ein Neufundländer Angst vor dem Wasser hätte, weil er als Welpe gezwungen wurde, hineinzuspringen. Es dauert mehrere Monate, um einem "gebrochenen" Hund das Vertrauen wiederzugeben.

Übungen, die der Hund verweigert, kann der Rettungsschwimmer ihm am besten im Spiel vermitteln. Dadurch lassen sich natürliche Barrieren der Ängstlichkeit, Zurückhaltung und Angst überwinden. Es ist möglich einen Hund so auszubilden, dass er Hemmungen, die mit seinem Charakter, seiner Erziehung oder seiner Art zu leben zusammenhängen, überwinden kann. Ein auf dem Erbmaterial beruhendes Ungleichgewicht kann eventuell ausgeglichen werden.