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Der Trümmerhund

Truemmerhundesuchteam

In Großbritannien wurden im Verlauf des Zweiten Weltkriegs nach den deutschen Bombenangriffen erstmals Hunde eingesetzt, um unter den Trümmern verschüttete Personen zu finden.

Ab 1954 wurden Ausbildungszentren für Suchhunde in den Vereinigten Staaten, in Deutschland und in der Schweiz geschaffen. Die schweizerischen Hunde haben sich erstmals auf internationaler Ebene bei dem Erdbeben in Friaul in Italien im Jahre 1976 ausgezeichnet. Die zwölf eingesetzten Hunde fanden 42 Überlebende und 510 Leichen.

1977 fanden zehn Hunde in Rumänien15 Überlebende und 97 Leichen.

1980 wurden die ersten französischen Hunde in El Asam in Algerien eingesetzt (10 Überlebende und 500 Leichen wurden gefunden). Heute werden Suchhunde bei allen größeren Erdbeben (Iran, Mexiko, Armenien) eingesetzt.

Hunde aus der ganzen Welt haben sich 1999 in der Türkei erneut ausgezeichnet, als sie die Rettung von mehreren hundert verschütteten Opfern ermöglichten.

Der Lebenswichtige Helfer

Die Aufgabe der Suchhunde ist nicht auf große Erdbeben beschränkt. Sie können bei Erdrutschen oder Gebäudeeinstürzen, nach einem Feuer, Verschüttungen in einer Baugrube oder einem Bergwerk, bei Eisenbahn- oder Flugzeugkatastrophen eingesetzt werden... An Einsatzfällen mangelt es unglücklicherweise nicht.

Geophonische Geräte des Typs Capson (die in der Lage sind Geräusche äußerst geringen Ausmaßes, wie Herzschläge, aufzuspüren) werden ebenfalls für die Entdeckung von Opfern eingesetzt, aber im Gegensatz zum Hund erfordert ihre Anwendung eine absolute Stille, die bei Räumarbeiten äußerst selten gegeben ist. Der richtig ausgebildete Hund kann demgegenüber unabhängig vom Gelände, auch in dunklen Untergeschossen parallel zur Arbeit der Retter arbeiten, und dies trotz des Lärms der Räummaschinen (Baukräne, Presslufthämmer, Bulldozer). Außerdem kann man mit Horchgeräten keine Leichen finden, während der Hund sie nicht nur auffindet, sondern je nachdem, ob das Opfer tot ist oder lebt, unterschiedlich "anschlägt", was Einfluss auf die Schnelligkeit der Rettungsarbeiten hat. Die Fachleute sind sich vollkommen einig, dass Hunde unverzichtbare Helfer bei allen Sucharbeiten in Trümmern sind.
 

Teamarbeit

Wie bei jeder Arbeit, die einen Hund und einen Menschen verbindet, ist ein inniges Einverständnis zwischen dem Herrn und seinem Hund erforderlich. Der Hundeführer muss sein Tier hundertprozentig kennen, es in den Trümmern richtig interpretieren, das heißt ununterbrochen auf seine Reaktionen achten. Umgekehrt muss der Hund ein vollkommenes Vertrauen zu seinem Herrn haben, um ihm unabhängig von den Schwierigkeiten des Geländes überallhin zu folgen.

Ein solcher Grad des Zusammengehörigkeitsgefühls verlangt eine lange Vorbereitung. Nach einer Gewöhnungsphase und einer Grundausbildung (Platz, Sitz, Bei-Fuß-Gehen usw.) fängt die eigentliche Sucharbeit an. Die Techniken sind vielfältig. Im Allgemeinen stützt sich der Hundeführer auf die Anhänglichkeit seines Hundes und seine Begeisterung für ein bestimmtes Spielzeug (Ball oder Beißstab). Zuerst versteckt sich der Hundeführer, dann eine andere Person und schließlich mehrere Personen mit dem Spielzeug des Hundes. Wenn der Hund es wiederfindet, "markiert" er sein Opfer, indem er bellt und den Boden kratzt. Der Reiz des Spielzeuges erlaubt es, dieses Anzeigen weiterzuentwickeln, das eine wesentliche Eigenschaft eines guten Trümmerhundes ist.
 

Wenn der Hund in der Lage ist, mehrere Opfer, die sich ohne sein Wissen verstecken zu entdecken, wird er nach den Bestimmungen des Landes "patentiert". Der Hundeführer und sein Hund werden damit der nationalen Rettungsstaffel als ziviles oder militärisches Team zugeteilt.
 

Welche Hunde eignen sich für diese Arbeit?

Hunde, die in Trümmern eingesetzt werden, müssen einen guten Geruchsinn und einen ruhigen Charakter haben; sie sollten ausgeglichen und voller Energie sein. Sie müssen gesellig sein, sowohl gegenüber Menschen wie auch gegenüber ihren Artgenossen, denn in Trümmerzonen werden zumeist Hunde eingesetzt. Auch die Spielfreude ist wichtig für die Ausbildung.

Die am häufigsten eingesetzten Rassen sind Schäferhunde, vor allem der deutsche und der belgische Schäferhund. Die kleinen Pyrenäen-Schäferhunde, der Dobermann und der Beauceron haben sich ebenfalls bei der Arbeit in den Trümmern bewährt.