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Blindenhunde

Blindenhund

Ausbildungsstätten für Blindenhunde bestehen in Frankreich seit 1952 und in England seit 1930. Die Methode der Ausbildung ist im Wesentlichen die gleiche wie die der Behindertenhunde, aber sie ist viel weiter entwickelt, sowohl hinsichtlich der Anzahl der ausgebildeten Hunde als auch der Zahl der Ausbildungsstätten.

Die verwendeten Rassen sind zu einem Drittel deutsche Schäferhunde, der Rest sind Golden Retriever und Labradors, die für diese Aufgabe aufgrund ihres Gehorsams und ihrer Lernfähigkeit gewählt wurden. Die Welpen entstammen einer speziell zu diesem Zweck geschaffenen Zucht, die die Schulen für Blindenhunde versorgt. Diese Zuchtstelle arbeitet an der genetischen Selektion der Hunde, wobei versucht wird, Charaktermängel oder Fehlbildungen des Knochenbaus oder des Bewegungsapparates (wie etwa die Dysplasie der Hüfte) zu eliminieren. Die hier arbeitenden Personen werden von Veterinären beraten, die in den nationalen tierärztlichen Hochschulen speziell ausgebildet werden. Die Welpen werden in die "Aufzuchtfamilien" gegeben und dann unter verschiedenen Ausbildungsstätten aufgeteilt. Die Hündinnen kehren regelmäßig in das Zuchtzentrum zurück, um hier Junge zu werfen, denn dies sichert die Reproduktion. Die Zielsetzung besteht derzeit darin, etwa 20 Welpen pro Jahr zu haben, da man weiß, dass zur Zeit in Frankreich nur etwa 1.000 Blinde einen Blindenhund benötigen.

Die Ausbildung läuft in vier Monaten ab und ist in mehrere Zeiträume aufgeteilt. In dieser Zeit lernt der Hund in erster Linie Gehorsam. Dies erfolgt in einfachen Übungen, bei denen der Hund in bestimmten Positionen verharren muss, Gegenstände apportiert, sich an das Tragen seines Geschirrs gewöhnt und richtig laufen muss. Diese Phase, die eine Woche dauert, wird von nur einem Ausbilder geleitet. Dann kommt die Phase, in deren Verlauf der Hund lernt, Hindernisse aller Art zu umgehen und sie seinem Herrn zu signalisieren. Dies ist der schwierigste Augenblick der gesamten Ausbildungszeit. Im ersten Monat arbeitet der Ausbilder mit dem Hund. Dann wird der Hund einem Blinden anvertraut, der sich an seine Gegenwart gewöhnen muss, und sich von ihm auf verschiedenen Strecken führen lässt. Auf diese Weise stellt sich eine enge Beziehung zwischen dem Menschen und seinem Hund ein. Der Ausbilder dient als Bindeglied zwischen den beiden. Seine Aufgabe besteht auch darin, den Blinden "auszubilden".

Nachdem das Team Blinder/Hund vier Monate in der Blindenhundeschule verbracht hat, ist es bereit, mit dem täglichen Leben konfrontiert zu werden, und dies für lange Jahre. Das Tier ermöglicht es dem Blinden, sich wieder in das gesellschaftliche Leben einzugliedern und einer mit seiner Behinderung zu vereinbarenden Berufstätigkeit nach zu gehen.

Weltweit entstehen immer mehr Verbände, um der größtmöglichen Anzahl von Behinderten oder Blinden Hunde zur Verfügung zu stellen, deren Ausbildungsstand sich ständig weiterentwickelt.