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Regelmäßige Gesundheitsvorsorge

Hunde können von verschiedensten Infektionskrankheiten betroffen sein. Diese sind oft nicht oder nur sehr schwer zu behandeln. In einigen Fällen können sie sogar das Todesurteil für Ihren Hund bedeuten. An einer richtigen Grundimmunisierung beim Jungtier sowie regelmäßigen Auffrischungsimpfungen sollte deshalb in keinem Falle gespart werden. Je nach Region können unterschiedliche Impfintervalle sinnvoll sein. Lassen Sie sich von Ihrer Tierarztpraxis beraten.

Impfungen gegen folgende Erkrankungen sind möglich und ratsam:

 

Staupe

Es handelt sich um eine hochinfektiöse Viruserkrankung. Die Ansteckung erfolgt durch erkrankte Hunde. Tückisch ist, dass auch sogenannte Virusträger (selber gesund, scheiden das Virus aber aus) andere Hunde infizieren können. Die Schwere der Staupeinfektion hängt von der Immunität des jeweiligen Hundes ab. Es gibt verschiedene Verlaufsformen, die sich in ganz unterschiedlichen Symptomen äußern. Häufig sind die Atemwege und der Magen-Darm-Trakt betroffen, weshalb Husten, Atembeschwerden und Durchfall auftreten. Außerdem gibt es noch eine Staupeform, die in erster Linie das Nervensystem
betrifft. Typisch ist ein zweimaliger Fieberschub. Bis heute gibt es kein wirksames Mittel gegen das Staupevirus. Ist der Hund erkrankt, können nur noch die Symptome behandelt werden. Besonders schwer erkranken ungeimpfte Junghunde und unzureichend durchgeimpfte alte Hunde. Stress und Immunschwäche begünstigen einen schweren Verlauf der Infektion.

Parvovirose

Erreger ist das sogenannte canine Parvovirus. Die Ansteckung findet in erster Linie über den Kot kranker Tiere oder auch über Gegenstände, die mit infiziertem Kot verunreinigt sind, statt. Eine besondere Gefahr geht von Hunden aus, die zwar gesund sind, das Virus aber ausscheiden und so Artgenossen infizieren können. Nach einer Inkubationszeit von 4 - 7 Tagen zeigen die Tiere zumeist wässrige, blutige Durchfälle. Außerdem erbrechen sie häufig, sind apathisch und haben hohes Fieber oder Untertemperatur. Eine frühzeitige und intensive Therapie kann das Tier ggf. retten. Die Prognose bei ungeimpften Tieren ist vorsichtig zu stellen.

Hepatitis contagiosa canis (HCC)

Folge dieser Virusinfektion ist eine chronische Leberentzündung. Der Schweregrad der Erkrankung hängt von verschiedenen Faktoren ab und kann stark variieren. Typisch sind Fieber, Apathie, Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen. Bei sehr jungen, ungeimpften Hunden sind plötzliche Todesfälle möglich, die wie Vergiftungsfälle aussehen. Ist der Hund erst erkrankt, gibt es keine spezielle Therapie. Man kann nur die Symptome - bei oft zweifelhafter Prognose - behandeln.

Leptospirose

Die Erkrankung wird durch Bakterien, die sogenannten Leptospiren, verursacht. Ein natürliches Erregerreservoir stellen Nagetiere wie Ratten und Mäuse dar. Diese scheiden Erreger über den Urin aus und kontaminieren so die Umwelt. Die Infektion des Hundes erfolgt überwiegend durch indirekten Kontakt, z. B. mit "verseuchten" Gegenständen oder auch Gewässern. Der Verlauf einer Leptospirose hängt von vielen Faktoren (z. B. Alter und Abwehrkraft des Tieres) ab. Als Symptome treten häufig Schwäche, Erbrechen und Durchfall auf. Leber und Niere sind die Organe, die in der Regel besonders in Mitleidenschaft gezogen sind. Die Leptospirose stellt eine Zoonose dar, d. h., eine Übertragung auf den Menschen ist möglich.

Tollwut

Bis heute ist die Tollwuterkrankung unheilbar! Sie zählt wegen der Möglichkeit einer Infektion des Menschen zu den gefürchtetsten Infektionskrankheiten. In Europa ist es zwar durch gezielte Maßnahmen gelungen, die Tollwut weitestgehend zu bekämpfen, Einzelfälle kommen aber immer noch vor. Ein besonderes Erregerreservoir stellen Füchse und Eichhörnchen, zunehmend aber auch Fledermäuse und urbanisierte Marder dar. Die Ansteckung erfolgt durch den Speichel (Biss oder Infektion einer Wunde) eines infizierten Tieres. Zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Erkrankung können in Abhängigkeit vom Eintrittsort des Erregers und von der aufgenommenen Erregermenge lange Zeiträume liegen. Als erste Symptome treten oft Verhaltensänderungen auf. Sowohl Apathie (Wildtiere werden plötzlich "zahm") als auch unvermittelte Aggressivität sind möglich. Die Erkrankung ist anzeigepflichtig, Therapieversuche sind verboten, d. h., der Tierarzt ist verpflichtet, ein Tier im Verdachtsfall einzuschläfern!

Zwingerhusten

An dieser hochansteckenden Erkrankung sind verschiedene Viren und Bakterien beteiligt. Diese schädigen die Schleimhäute der oberen Atemwege und rufen bei den betroffenen Hunden Symptome einer Atemwegserkrankung hervor. Bei einem Großteil der Tiere tritt trockener Husten auf, wobei das Allgemeinbefinden in der Regel gänzlich ungestört ist. Einige Tiere haben Fieber und Nasenausfluss. Die Ansteckungsgefahr ist insbesondere an Orten mit vielen Hunden (Tierheime, Hundeschulen) groß. In der Regel heilt der Zwingerhusten innerhalb von 2 Wochen von selber aus. Bei sekundären bakteriellen Infektionen sind jedoch Komplikationen möglich. Eine Impfung, die entweder in die Nase oder als Injektion unter die Haut erfolgen kann, schützt zurzeit zwar noch nicht gegen alle möglichen Erreger, ist aber insbesondere bei Hunden mit viel Kontakt zu Artgenossen anzuraten.

Holzbock (Ixodes ricinus)

Borreliose

Diese Erkrankung wird durch Zecken übertragen. Borrelien sind Bakterien, die in Zecken leben und während des Saugaktes auf den Hund übertragen werden können. Zu Beginn beobachtet man unspezifische Symptome wie Fieber, Futterverweigerung und Apathie. Dann treten Gelenkentzündungen auf, die mit mehr oder weniger starken Schmerzen einhergehen. Im weiteren Krankheitsverlauf können auch andere Organe betroffen sein. Heutzutage ist eine Impfung gegen Borrelia burgdorferi, den wichtigsten Erreger der Borreliose, verfügbar. Die Impfung wird aber noch nicht grundsätzlich für jeden Hund empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt darüber.

Achtung! Vor dem Zeckenbefall wird der Hund durch die Impfung nicht geschützt. Hier muss weiterhin für Vorsorge durch entsprechende Präparate gesorgt werden.


Lungenwürmer (Angiostrongylus vasorum)

Entwurmung

Hunde können von unterschiedlichen Wurmarten befallen werden. Spulwürmer und Bandwürmer sind die bekanntesten Exemplare.

Bandwürmer verdanken ihren Namen ihrem typischen äußeren Erscheinungsbild. Sie sind weiß und ihr flacher Körper ist durch bandförmige Einschnürungen gekennzeichnet. Erwachsene Bandwürmer parasitieren im Dünndarm des Hundes und können Ursache für Verdauungsbeschwerden sein. Die letzten Körperglieder dieser Würmer, die mit dem Kot ausgeschieden werden und sich dort oder in der Umgebung des Anus als reiskornartige Gebilde wiederfinden, beinhalten eine Vielzahl von Eiern, die von Zwischenwirten (Flöhe, kleine Nager) aufgenommen werden. Letztere stellen wiederum eine Infektionsquelle für Hunde dar.
Unter den Bandwürmern existieren verschiedene Arten. Am häufigsten findet man den sogenannten Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum). Wichtig zu wissen: Diese Wurmart benutzt Flöhe als Zwischenwirte! Grundsätzlich empfiehlt sich deshalb bei der Entwurmung immer auch an eine gleichzeitige Flohbekämpfung zu denken.
Ebenfalls zu den Bandwürmern zählt der Fuchsbandwurm. Zwar zeigt der Hund bei einem
Befall allenfalls schwache Krankheitsanzeichen, doch kann er Wurmeier mit dem Kot
ausscheiden, die dann für uns Menschen (Kinder!) eine ernste Gefahrenquelle darstellen.

Spulwurminfektionen sind bei Jungtieren sehr häufig. Mit der Milch einer infizierten Hündin werden Larven auf die Welpen übertragen. Das Besondere an den Spulwurmlarven ist, dass sie eine Körperwanderung durchmachen: Ausgehend vom Darm des Tieres gelangen sie in den großen Blutkreislauf und von dort in die Leber und die Lunge. In der Lunge lösen sie einen Reiz aus, so dass die Larven "hochgehustet" und dann wieder abgeschluckt werden. So gelangen sie schließlich wieder in den Darm zurück, wo sie geschlechtsreif werden. Die geschlechtsreifen Würmer legen wiederum Eier ab, die mit dem Kot in die Außenwelt gelangen. Die Eier (mit darin entwickelter Larve) stellen eine Ansteckungsquelle für andere Hunde dar. Infizierte Jungtiere erbrechen die Spulwürmer oft als "Spaghetti-ähnliche" Gebilde.

Grundsätzlich sind ausgeschiedene Wurmeier eine Infektionsquelle für Artgenossen und andere Tiere. Aufgrund des engen Kontaktes zu uns Menschen ist ein Wurmbefall auch für den Tierbesitzer nicht ungefährlich! Zwar ist der Mensch für diese Parasiten ein Fehlwirt, trotzdem kann es vorkommen, dass sich Wurmlarven in den menschlichen Organismus verirren (man spricht von Larva migrans) und dort zu lokal begrenzten Schädigungen z. B. in der Haut oder im Auge führen. Schon aus diesem Grunde ist eine regelmäßige Entwurmung sinnvoll. Am besten sprechen Sie mit Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt über den richtigen Zeitpunkt und geeignete Präparate.


Wussten Sie schon ...?

Obwohl heute zahlreiche gut wirksame Mittel zur Wurmbekämpfung zur Verfügung stehen, ist es bisher nicht gelungen, die Hundepopulation komplett "wurmfrei" zu bekommen. Eine Ansteckungsgefahr ist für den Hund also immer gegeben und - ganz wichtig - die Entwurmung hat leider keinen vorbeugenden Effekt, sie muss in regelmäßigen Abständen wiederholt (2 - 4 x jährlich) werden.