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Kontrolle von Zyklus und Sexualverhalten

Die Beeinflussung des Sexualzyklus bei der Hündin bzw. des Sexualverhaltens beim Rüden ist ein Thema, mit dem sich viele Hundebesitzer sicher schon einmal beschäftigt haben. Wie kann ich bei meinem Rüden den ausgeprägten Sexualtrieb in den Griff bekommen oder bei meiner Hündin die Läufigkeit unterdrücken? Diese und ähnliche Fragen sind gar nicht selten! Nachfolgend werden die bestehenden Möglichkeiten kurz besprochen.

Medikamentöse Beeinflussung

Diese Methode wird hauptsächlich bei der Hündin angewandt, um ihre Läufigkeit zu kontrollieren (vergleichbar mit der Pille beim Menschen). Hierbei werden Hormone verabreicht, die zu einer Unterdrückung ihres natürlichen Sexualzyklus führen. Die Läufigkeit wird auf diese Weise ausgeschaltet, eine Trächtigkeit ist nicht mehr möglich.

Ist eine dauerhafte Ausschaltung des Zyklus erforderlich, so muss die Hormongabe nach bestimmten Zeitabständen wiederholt werden. Die Intervalle richten sich dabei nach dem eingesetzten Präparat. Die erste Behandlung erfolgt in der Regel in der Phase der sexuellen Ruhe (Anöstrus) und nach Möglichkeit nachdem die Hündin bereits zweimal läufig gewesen ist. Dieser Aspekt ist wichtig, da es für eine sichere Ausschaltung des Zyklus entscheidend ist, Dauer und Frequenz der Läufigkeiten zu kennen. Hier gibt es - wie bereits zuvor besprochen - sehr große Unterschiede, sodass die Behandlungsintervalle ggf. angepasst werden müssen.

 


Auch beim Rüden werden Hormone eingesetzt, z. B. wenn er eine sexuelle Hyperaktivität aufweist. Gelegentlich werden die Hormone auch zu diagnostischen Zwecken verwendet. Will man z. B. wissen, ob ein Rüde sein unerwünschtes Verhalten durch eine Kastration ablegen würde, so kann die zunächst "chemische Kastration" bei der Überprüfung helfen.


Häufig wird die medikamentöse Zykluskontrolle der operativen Entfernung der Eierstöcke (Kastration) insbesondere wegen des Narkoserisikos vorgezogen. Die Langzeitanwendung von Hormonen birgt jedoch ebenfalls erhebliche Risiken wie die Entstehung von Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Übergewicht, Morbus Cushing), einer Gebärmutterentzündung oder von Gesäugetumoren.

Besteht also eine Indikation für die Ausschaltung des Zyklus bei der Hündin bzw. die Unterdrückung des Sexualverhaltens beim Rüden, so sollte man langfristig die Kastration vorziehen. Zwar ist auch diese Maßnahme nicht frei von Risiken, doch kann vielen Gefahren - insbesondere dem Risiko von Übergewicht - sicher vorgebeugt werden (siehe Kapitel Schlüsselfaktor Ernährung).

Kastration

Die Kastration zählt heutzutage zu den häufigsten Eingriffen in einer Kleintierpraxis. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Bei der Operation werden der Hündin die Eierstöcke (= Ovarektomie) und dem Rüden die Hoden entfernt. Auf diese Weise werden Sexualzyklus und Sexualverhalten dauerhaft ausgeschaltet. Eine kastrierte Hündin wird nicht mehr läufig, der kastrierte Rüde verliert seinen Sexualtrieb. Besteht bei der Hündin eine Erkrankung der Gebärmutter oder ist die Hündin zum Zeitpunkt des Eingriffes schon relativ alt, muss neben den Eierstöcken auch die Gebärmutter entfernt werden (= Ovariohysterektomie).


Wussten Sie, dass man unter dem Begriff Kastration bei der Hündin nur die Entfernung der Eierstöcke versteht? Wird auch die Gebärmutter entfernt, so spricht man von der Ovariohysterektomie.


Im Gegensatz zur Katze, bei der die Kastration aus Gründen der Fortpflanzungskontrolle auf breite Zustimmung trifft, wird über Sinn und Unsinn der Kastration beim Hund kontrovers diskutiert. In Deutschland steht die Kastration des Hundes aus Gründen der Fortpflanzungskontrolle sicher nicht im Vordergrund. Vielmehr spielen Motive wie Erkrankungen, Beseitigung von Problemverhalten sowie Haltungserleichterung eine Rolle.


Wann ist eine Kastration "richtig" und wann nicht? Die verschiedenen Aspekte "rund um die Kastration" von Rüde und Hündin werden nachfolgend angesprochen.


Was versteht man eigentlich unter einer Sterilisation?

Während man bei der Kastration die Keimdrüsen (Eierstöcke bzw. Hoden) entfernt, werden diese bei der Sterilisation belassen und lediglich die Eileiter bzw. die Samenleiter (siehe oben) unterbunden oder durchtrennt. Ein wesentlicher Unterschied zur Kastration liegt in der Tatsache, dass bei der Sterilisation die Produktion von Geschlechtshormonen und das Sexualverhalten in vollem Umfang erhalten bleiben. In Deutschland ist die Sterilisation aus unterschiedlichsten Gründen nicht üblich.